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Zurück in die Gesellschaft
Bildquelle: Erzbistum Hamburg / A. Schmitt

Obdachlosenprojekt in Hamburg-Rothenburgsort

Nächstenliebe hautnah: Ein Projekt in Rothenburgsort versucht, Menschen ohne Wohnung wieder zu integrieren. Sechs Wohn- und zwei Sanitärcontainer auf dem Gelände der Gemeinde St. Erich bieten Platz für zwölf Personen.

„Zeigen, dass der Herr seinen Weg hat", das ist die Motivation von Klaus Hartung. Er engagiert sich ehrenamtlich in der Gemeinde St. Erich am Billhorner Röhrendamm im Hamburger Stadtteil Rothenburgsort. Seit Anfang dieses Monats sind auf dem Außengelände der Gemeinde Container aufgestellt, die als Unterkunft für wohnungslose Menschen dienen. Mit sechs Wohn- und zwei Sanitärcontainern kommt die Einrichtung insgesamt auf zwölf Plätze. Sie ist Teil des Winternotprogramms der Stadt Hamburg.

In der Arbeit mit Obdachlosen gibt es große Herausforderungen. Sie suchen meist Arbeit, eine Wohnung und brauchen Unterstützung bei Behördengängen. Vor allem aber brauchen sie wieder eine geregelte Verbindung in die Gesellschaft. Das wollen die ehrenamtlichen Helfer vor Ort schaffen.

Begleitung zu Terminen und Hilfe beim Ausfüllen von Formularen

„Es kann in einem einfachen Gespräch bei einem Kaffee sein. Aber auch eine Begleitung zu Terminen oder Hilfe beim Ausfüllen von Formularen", sagt Henry Kirsche, der die ganze Aktion federführend leitet. Nächstenliebe hautnah. Der Diakon ist mit dem Projekt sehr glücklich: „Wir freuen uns sehr, dass wir hier sein dürfen, weil wir die Kirche vor Ort haben. Ich als Diakon darf dann mit den Obdachlosen auch mal eine Andacht feiern."

Die Bewohner der Container haben verschiedene Hintergründe – Henry Kirsche nennt sie einen „bunt gemischten Blumenstrauß". Viktor Smirnov zum Beispiel kommt aus Frankfurt am Main. Er ist sehr glücklich, dass er bei St. Erich einen Platz hat: „Wir können gut schlafen, sind gut gepflegt, die Helfer hier zeigen uns Wege auf, wie wir wieder in die Gesellschaft zurückkommen können. Hilfe tut gut."
Die Bewohner engagieren sich vor Ort, zum Beispiel beim Verlegen der Gehwegsplatten und dem Sauberhalten der Einrichtung. Natürlich gibt es auch Probleme, zum Beispiel die Abstimmung mit den Behörden. „Man kann nicht einfach so Container aufstellen, dafür braucht man Baugenehmigungen", sagt der ehrenamtlich tätige Klaus Hartung. „Aber besser als im letzten Jahr, haben wir dieses Jahr einen richtigen Wasseranschluss und Duschen."

Trotz aller Herausforderungen und Probleme ist Diakon Kirsche sehr glücklich mit diesem Projekt und bleibt optimistisch: „Ein Schritt nach dem anderen. Das kriegen wir schon hin!"

(Text und Bild: Alexander Schmitt)