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„Wo darf ich Zeuge sein?“
Bildquelle: Erzbistum Hamburg / M. Heinen

Rund 3.500 Gläubige bei Wallfahrt des Erzbistums

Mit einem feierlichem Gottesdienst auf der Lübecker Freilichtbühne ist gestern Abend (23. Juni) die Wallfahrt des Erzbistums Hamburg in die Hansestadt zu Ende gegangen. Anlass war der 75. Jahrestag der Hinrichtung der vier Lübecker Märtyrer.

Erzbischof Dr. Stefan Heße erinnerte in seiner Predigt daran, dass die Lübecker Märtyrer sich besonders Jugendlichen und polnischen Zwangsarbeitern zugewendet haben. Daraus ergebe sich für heute die Frage, die jeder Christ für sich beantworten müsse: „Wer sind die Menschen, für die ich mich besonders einsetze, denen ich Zeuge sein darf? Sind es meine Nachbarn, die eigene Familie, Menschen am Rande der Gesellschaft, Menschen in Not, Menschen auf der Flucht, Menschen mit Einschränkungen?"

Am gestrigen Vormittag machten sich die Pilger vielfältig auf den Weg in die Hansestadt: Zu Fuß, mit dem Fahrrad, per Kanu, Auto oder Reisebus. Auf der Lübecker Parade erwartete die Wallfahrer eine warme Kartoffelsuppe. Über 1.800 Liter hatten Köche des Malteser Hilfsdienstes dafür zubereitet. Ehrenamtliche Tischgastgeber teilten die Suppe aus und kümmerten sich um ihre Gäste.

Nach dem Essen erwartete die Wallfahrer ein breites Programmangebot. Beim „Talk im Dom" diskutierte u.a. Landtagspräsident Klaus Schlie mit Erzbischof Dr. Stefan Heße über heutige Glaubenszeugnisse. Neben weiteren Gesprächsrunden und Pilgerwegen durch die Stadt, konnte auch das Burgkloster im Europäischen Hansemuseum besichtigt werden. Ab 1897 wurden die Räume des Klosters als Gericht und „Untersuchungsgefängnis Lübeck Stadt" genutzt. Hier waren die Kapläne Johannes Prassek und Eduard Müller inhaftiert und haben die Untersuchungshaft und die Zeit des Prozesses verbracht. Kaplan Hermann Lange und Pastor Karl Friedrich Stellbrink waren hier während des Prozesses inhaftiert.

Predigt von Erzbischof hier nachlesen

(Fotos: M. Heinen)