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Wirtschaftliche Tiefenprüfung

Erzbistum legt Ergebnisse vor

Die wirtschaftliche Situation des Erzbistums Hamburg ist schlechter als bisher angenommen. Entscheidungen sollte das Erzbistum nun schneller treffen als geplant. Das sind die Ergebnisse einer dreimonatigen Tiefenprüfung durch die Unternehmensberatung Ernst & Young. Sie wurden jetzt den Gremien des Erzbistums vorgestellt.

Die Überschuldung des Erzbistums in Höhe von derzeit knapp 80 Millionen Euro werde, so die Untersuchung, auf rund 350 Millionen Euro im Jahr 2021 steigen, wenn keine einschneidenden Maßnahmen ergriffen werden. Überschuldung bedeutet, dass das Vermögen des Erzbistums nicht ausreicht, um die langfristigen Verpflichtungen zu finanzieren. Hauptgründe dafür sind ein Instandhaltungsstau bei der vielen der rund 1.000 Kirchen und Gebäuden und hohe Pensionsverpflichtungen im Bereich der katholischen Schulen, die durch die anhaltende Niedrigzinsphase weiter ansteigen.

Erzbischof Stefan Heße betonte sein Ziel, „mit weniger Geld eine lebendige Kirche" zu sein. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die wirtschaftliche Gesundung des Erzbistums gelingen könne. Er sagte auch: „Wir werden Kirche in Zukunft anders denken müssen". Generalvikar Ansgar Thim hob hervor, man werde nun mit Nachdruck an Entscheidungen arbeiten.

Die Unternehmensberatung Ernst & Young bescheinigte dem Erzbistum Hamburg, dass es bereits bei seiner Gründung 1995 Altlasten übernommen habe, die danach nicht abgebaut worden seien. Vielmehr sei eine nachhaltige Aufstellung dem Erhalt und dem Ausbau des gesamten kirchlichen Angebots untergeordnet worden.

Das Erzbistum Hamburg hat im November 2016 einen inhaltlichen und wirtschaftlichen Erneuerungsprozess begonnen. Neben einem wirtschaftlichen Orientierungsrahmen wird parallel an einem pastoralen Orientierungsrahmen gearbeitet. Er soll die Schwerpunkte der künftigen kirchlichen Arbeit benennen.

Weitere Informationen über die Ergebnisse der Arbeit von Ernst & Young stehen im Internet unter www.erzbistum-hamburg.de/Erneuerungsprozess bereit.