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Teterow
Bildquelle: privat

Muslimische Studierende im Bischof-Theissing-Haus

Das gab es noch nie: eine muslimische Studentengruppe im Bischof-Theissing-Haus in Teterow. Eingeladen hat sie die Rostocker Studentenseelsorgerin Christina Innemann. Warum, das sagt sie selbst:

„Und wie viele Katholiken waren dabei?", fragte mich der Kollege. „Außer mir niemand.", sagte ich. Und erklärte noch einmal, warum ich auf die Idee kam, als Leiterin der Katholischen Hochschulseelsorge mit Mitarbeitern der Universität Rostock eine Fahrt für muslimische Studierende anzubieten: Im vergangenen Wintersemester starteten erstmals an der Universität Rostock junge Menschen, die aus Syrien nach Deutschland fliehen mussten. Einige von Ihnen nahmen zu uns Kontakt auf: Manche suchten verzweifelt Zimmer (die Pfarrei vermietet Wohnraum an Studenten). Andere wünschten sich mehr Kontakt zu deutschen Studierenden („Ihr habt doch eine Gruppe, die sich trifft.... Darf ich auch als Moslem dazu kommen?"). Wir merkten, wie rasch es möglich ist, durch schnelle Hilfe Brücken zu bauen. Wenn es die Aufgabe der Katholischen Hochschulseelsorge ist, auf Veränderungen in der Gesellschaft zu reagieren, mussten wir handeln. So entstand die Idee eine Fahrt ins Teterower Bischof-Theissing Haus anzubieten. Die Erfahrung war für alle Seiten neu: Die 13 Teilnehmer staunten, dass es in Mecklenburg überhaupt religiöse Menschen gab. Das Haus plante zum ersten Mal einen Speiseplan komplett ohne Schweinefleisch.

Das Programm beinhaltete Runden, in denen es einen Rückblick auf das bisherige Studium gab. Wir kamen über Dinge ins Gespräch, auf die die Teilnehmenden besonders stolz waren oder redeten über Zukunftswünsche.Zwischendurch kam Religion immer wieder vor. So zogen sich während eines Kegelabends einige Leute zurück, um in einer Ecke des Raumes ihren Teppich auszubreiten und zu beten. Andere Fragen waren: Wie prägt Gott unser Leben? Welche Bedeutung hat das regelmäßige Gebet? Was verstehen Muslime und Christen unter dem Paradies? Ich denke, Fahrten wie diese sind auch für die Hochschulseelsorge eine Chance, die Botschaft Jesu zu verwirklichen: Für die da zu sein, für die es besonders schwer ist. Zum Beispiel für geflohene muslimische Studenten, für die es in Städten wie Rostock keine alternativen, religiösen Angebote gibt.

(Text: Christina Innemann/ Neue KirchenZeitung)