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Staffel 3 des DBK-Projekts

Gott im Abseits – Gott im Knast


Folgeprojekt von „Valerie und der Priester" der Deutschen Bischofskonferenz

(Quelle: Pressemeldung DBK)

Nach dem erfolgreichen Projekt „Valerie und der Priester" hat die Deutsche Bischofskonferenz vor gut einem Jahr das Folgeprojekt „Gott im Abseits" gestartet. Dabei treffen junge, kirchenferne Journalisten auf Menschen, die ihre Berufung zum Lebensinhalt machen und das persönliche Leben nach ihrem Glauben ausrichten. Im Zentrum steht das Engagement für Menschen im gesellschaftlichen Abseits. Die Akteure sind Ordensleute und pastorale Mitarbeiter, die sich zum Beispiel für Obdachlose, Prostituierte, Strafgefangene oder Drogenabhängige einsetzen und als Seelsorger an ungewöhnlichen Orten tätig sind.

Die dritte Staffel läuft unter dem Leitthema „Gott im Abseits – Gott im Knast". Bis September 2018 berichtet Merih Ugur, Journalistin aus Solingen, über ihre Erfahrungen aus der Begleitung des Franziskanerbruders Gabriel Zörnig in der Gefängnisseelsorge in Mecklenburg-Vorpommern. Zusammen mit dem Ordensmann lernt sie den Alltag von Jugendlichen im Gefängnis kennen und versucht zu verstehen, warum sich die katholische Kirche hier engagiert.

Hintergrund zur dritten Staffel „Gott im Abseits – Gott im Knast"

Merih Ugur war bereits während ihres Studiums der Politik- und Islamwissenschaft beim Südwestrundfunk (SWR) in Stuttgart und Baden-Baden als Moderatorin und Reporterin im Jugendradio und Fernsehen tätig. Nach dem Studium hat sich die 33-Jährige mit türkischen Wurzeln ganz auf den Beruf als Journalistin konzentriert und war nebenbei unter anderem beim schwedischen öffentlich-rechtlichen Sender Utbildningsradio (UR) und dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) beschäftigt. Heute lebt Merih Ugur, die in Esslingen geboren wurde, in Düsseldorf. Ihren Eltern war es wichtig, dass sie sowohl die christliche als auch die islamische Religion kennenlernte. Die Religion, so erzählt sie, habe sie stets hinterfragt, um noch mehr zu lernen und zu verstehen. Mittlerweile hat sie auch ihren Beruf hinterfragt, den Vollzeitjob aufgegeben und arbeitet jetzt in einem Jugendprojektbüro für Jugendliche mit Migrationsgeschichte. Zum Projektauftakt „Gott im Abseits" sagt sie: „Ich bin kein Mensch, der gerne Vorurteile hat. Aber der Religion gegenüber bin ich kritisch, vielleicht sogar misstrauisch. Ich bin gespannt was ich im Rahmen des Projektes erlebe. Mal abgesehen davon haben Bruder Gabriel und ich jetzt schon eine Gemeinsamkeit: Die Arbeit mit Jugendlichen!"

Bruder Gabriel Zörnig ist 1963 in Rüdersdorf bei Berlin geboren. Aufgewachsen in der DDR mit drei Geschwistern hatte er eine Kindheit im kirchlichen Umfeld. Seine Eltern haben ihn stets unterstützt, religiös erzogen und viele Freiheiten gelassen. Die katholische Kirchengemeinde wurde für ihn in der Jugendzeit zur zweiten Heimat. Am 1. August 1988 hat er das Postulat bei den Franziskanern in Berlin Pankow begonnen. Nachdem er das Leben des Ordens kennengelernt hatte, wurde er ein Jahr später auf dem Kerbschen Berg bei Dingelstädt im Eichsfeld eingekleidet und somit Franziskaner. „Auf Anhieb war das nicht einfach. Als Familienmensch konnte ich nicht alleine irgendwo leben. Ich habe mich für die Franziskaner entschieden, weil sie volksverbunden sind, unter Menschen leben und den Idealen des hl. Franziskus folgen", erzählt Bruder Gabriel. Im Studium der Theologie und Philosophie absolvierte er ein sechsmonatiges Praktikum in der JVA Werl und war dort als Seelsorger tätig. Das habe ihm geholfen zu realisieren, wofür er sein Studium mache. 2007 kam er nach Waren an der Müritz, seit 2010 arbeitet er hauptsächlich als Seelsorger in den Gefängnissen Neubrandenburg, Bützow und dem Jugendgefängnis Neustrelitz. Im Februar 2018 hat er den Simerling-Sozialpreis als Anerkennung seines Engagements bekommen.

„Gott im Abseits" ist ein Projekt der Deutschen Bischofskonferenz und wird begleitet von Pfarrer Michael Maas, Leiter des Zentrums für Berufungspastoral der Deutschen Bischofskonferenz. Die bisherigen Staffeln sind zu finden unter https://gott-im-abseits.de/.

Hinweise:

Die primären Kanäle der Dokumentation sind die sozialen Netzwerke: Auf Facebook (www.facebook.com/gottimabseits), in einem Blog unter https://gott-im-abseits.de/, Twitter und YouTube dokumentieren die Journalisten, ihre Erlebnisse.