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„So nah wie möglich“
Bildquelle: www.haus-damiano.de

Haus Damiano öffnet wieder die Klostertüren

Es geht wieder los, auch im Haus Damiano in Kiel. Die Franziskanerinnen, die dort Menschen beherbergen und begleiten, freuen sich: Die Gäste kommen wieder. Aber es gab auch während der Krise viele Zeichen der Nähe.

Die Erfahrung der letzten Wochen: „Wir haben gemerkt: Die Menschen brauchen in diesen Zeiten geistliche Quellen", sagt Schwester Maria Magdalena Jardin. Das Gästekloster hat die Suchenden während der Krise nicht als Gäste aufnehmen können – was immerhin auch die Einnahmen des Klosters getroffen hat. Aber die Schwestern haben auf andere Weise reagiert. „Unser Dienst ist es, zu beten und da zu sein – so nah wie möglich. Die Leute konnten uns immer sehen und hören." Dazu haben die Franziskanerinnen die Seitenkapelle verlassen und beten jetzt das Stundengebet im Chor der Liebfrauenkirche. Im Schein der Osterkerze und mit Mikrofon, damit Psalmen, Lesung und Gebete in der ganzen Kirche zu hören sind. Und nachher reden sie mit den Mitfeiernden – in angemessener Distanz in der Kirche. Aber unzählige Gespräche wurden am Telefon geführt, und dort haben viele ihr Herz ausgeschüttet. „Gemeinschaft ist ein Urgefühl, das man spüren möchte, besonders in einer Zeit der Belastungen", sagt Schwester Maria Magdalena. Und als eine Anruferin sagte, sie bräuchte nach einer öden Videokonferenz jetzt unbedingt handfeste Aktivität, haben die Schwestern zum Arbeitseinsatz in Garten und Wald eingeladen. „Wir haben dazu dann Kaffee und Wasser hingestellt, und jeder konnte mit Abstand zu den Nachbarn pflanzen und jäten."

Langsam aber normalisiert sich das Klosterleben. Die Gäste, die in großer Zahl Anfragen gestellt haben, werden nicht auf später vertröstet. Das „Franziskanische Abendlob" (28. Juni, 18 Uhr) findet wieder statt, und auch die „Unterbrechung" am 6. Juli um 19 Uhr, diesmal unter freiem Himmel im Klosterpark. Und wie es aussieht, kann vielleicht auch die Kräutersegnung im August stattfinden.

Was bleibt nach der Krise: Unter anderem die Videos auf facebook, die Schwester Arockia-Mary produziert, mit Bildern, Texten und Musik, die zum Teil aus ihrem Heimatland Indien kommen. Die Videos sind zu sehen auf www.facebook.com, dort: Gästekloster Haus Damiano, weitere Informationen im Internet: www.haus-damiano-kiel.de

(Text: A. Hüser/ Neue Kirchenzeitung)