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Sexueller Missbrauch in ME

Forscher laden Betroffene zu Interviews ein

Die Universität Ulm hat damit begonnen, den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche Mecklenburgs aufzuarbeiten. Die Leiterin des unabhängigen Forschungsprojekts, Professorin Dr. Manuela Dudeck, lädt nun Betroffene zur Mitwirkung ein. Möglich ist dies durch ein Interview oder durch die Teilnahme an einer Fragebogenstudie. Die Erhebung erfolgt anonymisiert.

Erzbischof Stefan Heße hat im Jahr 2018 einen Beirat eingerichtet, um den sexuellen Missbrauch in Mecklenburg durch katholische Priester und andere im Dienst der katholischen Kirche stehenden Personen an Minderjährigen aufzuarbeiten und zu dokumentieren. Der Beirat besteht aus Mitarbeitenden des Erzbistums Hamburg und des Bistums Osnabrück sowie externen Fachleuten unter Vorsitz des Diözesanarchivars Martin Colberg. Der Beirat hat ein wissenschaftliches Aufarbeitungsprojekt ausgeschrieben. Mit der Aufarbeitung wurde ein Forschungskonsortium der Universität Ulm unter der Leitung von Dr. Manuela Dudeck, Professorin für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie mit dem Forschungsschwerpunkt Psychotraumatologie, beauftragt. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt.

Die Aufarbeitung bezieht sich auf die katholische Kirche in Mecklenburg und den Zeitraum von 1945 bis 1989. Den Betroffenen in der DDR war es oftmals nicht möglich, sich an die staatlichen Organe zu wenden und Strafanzeige zu erstatten. Die Erhebung der Daten zur 2018 veröffentlichten Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" (MHG-Studie) ergab, dass die Zahl von 54 Betroffenen und 17 beschuldigten Priestern in Mecklenburg etwa gleich hoch war wie in den westlichen Bistumsteilen Hamburg und Schleswig-Holstein zusammen.

Hier kann die vollständige Teilnehmerinformation eingesehen werden.