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Seemannsmission Stella Maris
Bildquelle: Erzbistum Hamburg / M. Döring

Zum Erntedank aufs Schiff

Die christlichen Seemannsmissionen machen am 4. Oktober auf die harte Arbeit der Transporteure von Lebensmitteln aufmerksam, denen oft Landgänge noch nicht gestattet sind aufgrund der Corona-Pandemie.

Schiffer und Erntedank – das scheint auf den ersten Blick nicht miteinander verbunden zu sein. Dass Bauern für eine gute Ernte danken, scheint gerade in Zeiten von Dürregefahren infolge des Klimawandels besonders verständlich. Doch die Ernste muss auch weiterverarbeitet werden zu Brot und anderen Lebensmitteln. Und dazu muss sie transportiert werden. Das übernehmen unter anderem die Schiffer, die somit gleich zwei Gründe haben, für eine gute Ernte zu danken: Zum einen für ihre Lebensmittel, zum anderen für die Arbeit und den Verdienst, die sie ihnen beschert.

So lädt die katholische Seemannsmission Stella Maris zusammen mit der Deutschen Seemannsmission, dem Seemanspastor der Nordkirche, Matthias Ristau, den Freunden des Hafenmuseums, der evangelischen Hauptkirche St. Katharinen und der Flussschifferkirche selbst am 4. Oktober zum Erntedank auf den Ponton des Gotteshauses im Hamburger Hafen am Barkassenanleger Bülow (nahe Baumwall) ein. Eröffnet wird die Veranstaltung mit einer Begrüßung und einem Gebet. Um 16 Uhr wird ein gemeinsames Segens Gebet für den Hafen den Abschluss bilden. Die Flussschifferkirche steht zur Besichtigung offen. Sie besteht seit 150 Jahren und ist das deutschlandweit einzige schwimmende Kirchenschiff.

„Die Seeleute, die den Hamburger Hafen auf Seeschiffen und Binnenschiffen anlaufen, sind ein buntes Gemisch an Nationalitäten und Religionen. Daher freuen wir uns, gemeinsam mit den ökumenischen Partnern, zum Erntedank auf der evangelischen Flussschifferkirche über das Leben der Seeleute und über Kirche im Hamburger Hafen zu informieren", sagt Monica Döring, Leiterin von Stella Maris in Hamburg. „Wir möchten die Seeleute in den Mittelpunkt stellen, die auch in Corona Zeiten für den Fluss von Waren sorgen. Dabei treffen wir momentan an den Gangways immer wieder Seeleute, die aus Schutzmaßnahmen des Kapitäns seit Monaten keinen festen Boden unter den Füßen hatten."

„Oft wird die harte Arbeit nicht gesehen"

„Zu Erntedank danken wir Gott für die Schöpfung, aber auch für die Menschen, die daran mitwirken und die Ernte ermöglichen", sagt Seemannspastor Ristau. Er hebt die notwendige Transportarbeit der Schiffer hervor: „Deshalb gibt es Grund, an Erntedank auch ihnen zu danken." Manfred Jahnke vom Vorstand der Flussschifferkirche betont: „Auf unseren wöchentlichen Fahrten mit unserer Barkasse Johann Hinrich Wichern zu den Binnenschiffen im Hafen beeindruckt uns immer wieder, wie auf diesen Schiffen für Wochen, manchmal Monate, nur zwei oder drei Leute für alles verantwortlich sind und wie hart sie arbeiten, damit der Hafenbetrieb funktioniert." Oft würden diese Männer und Frauen gar nicht wahrgenommen. „Umso wichtiger ist es uns, ihnen heute zu danken und für sie einen Segen zu erbitten."

Diakon Mark Möller von der Flussschifferkirche freut sich über die Teilnahme verschiedener Organisationen. „Uns verbindet das Anliegen, dass wir dazu beitragen, dem Hafen ein menschliches Gesicht zu geben und für Menschen im Hafen da zu sein."

Die Betreuung der Seeleute durch die Missionen steht aufgrund der Corona Pandemie besonderen Herausforderungen gegenüber. So durften die Seeleute zunächst ihre Schiffe nicht verlassen, Lebensmittel und vor allem SIM Karten für Smartphones konnten ihnen nur bis an die Gangway entgegegengebracht werden. Mittlerweile sei dieses Verbot zwar aufgehoben, berichtet Monica Döring, doch würden Kapitäne und Reedereien den Seeleuten oft das Verlassen des Schiffes untersagen, damit keine Infektion an Bord gebracht werde. Die Seemannsmissionen versuchten zudem die Situation von Seeleuten, die in Quarantäne müssten, erträglicher zu gestalten.

(Text: Matthias Schatz / Neue Kirchenzeitung)