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Seelsorge für Geflüchtete
Bildquelle: Archiv Erzbistum Hamburg

Dritter Katholischer Flüchtlingsgipfel

Am Montag, 6. November 2017, hat der dritte Katholische Flüchtlingsgipfel der Deutschen Bischofskonferenz stattgefunden. Pastor Norbert Bezikofer, Beauftragter für die Flüchtlingspastoral im Erzbistum Hamburg, berichtet von dem Treffen in Köln.

„Überall dort, wo Menschen an ihre existentiellen Grenzen stoßen, können sie auf den Beistand kirchlicher Seelsorger zählen" – diesen Satz aus den Leitlinien für die kirchliche Arbeit mit Geflüchteten stellte unser Erzbischof Dr. Stefan Heße bei seiner Begrüßung der ca. 150 Teilnehmer im Maternushaus in Köln als Leitwort über den 3 Flüchtlingsgipfel. Zum „Gipfel" gekommen waren die für die Flüchtlingsarbeit Verantwortlichen der Bistümer und der Caritas, aber auch der eine oder andere Seelsorger, Sozialarbeiter oder Student.

Dass die Seelsorge für Schutzsuchende eine eminente Aufgabe der ganzen Kirche sei, legte Prof. Dr. Regina Polak, Wien, in Ihrem Eingangsreferat in tiefsinniger Weise dar, wobei es nicht um ein „für" gehe, sondern um ein „mit". So ist die Seelsorge mit Geflüchteten als eine Lerngemeinschaft im Glauben zu verstehen. „Dabei habe ich gelernt, schutzsuchende Menschen als ‚Botschafter/innen' zu erkennen, die es uns Einheimischen ermöglichen über uns selbst neues zu lernen. Das Leben und Lernen von und mit Schutzsuchenden kann die Seelsorge der Kirche verändern. Mit ihnen kann die Kirche wieder zur Lerngemeinschaft im Glauben werden."

Schließlich haben unsere Urväter im Glauben, um ihren Glauben im „Kontext von Flucht, Vertreibung, Migration, Exil und Diaspora" gerungen. Die Erfahrungen der Katastrophen, „der Flucht aus dem Sklavenhaus Ägypten, der Deportation nach Babylon", erwiesen sich als Urgeschichten, die Gott, als den Befreienden erfahren ließen. Nach Papst Franziskus sei es eine eminente Aufgabe auch in den heutigen Ereignissen den Plan Gottes zu reflektieren, statt diese mit den Begriffen „Überfremdung", „Islamisierung" und „Untergang die Christlichen Abendlandes" zu dämonisieren. „Mit der Heiligen Schrift verfügen wir über Erzählungen, dass Gott seine Geschichte der Befreiung und Erlösung der Menschheit maßgeblich mithilfe von Outlaws vorangetrieben hat." so Polak.

So sei die Aufgabe der Flüchtlingsseelsorge eine Chance für die Kirche, sich neu zu verstehen und damit auch prophetische Zeichen zu setzen, dass die Verschiedenheit bereichern kann

Was dies für eine multidimensionale Seelsorge heißt, die vom ganzen Menschen her denkt, wurde in den späteren Arbeitsgruppen zu einzelnen Seelsorgeaspekten vertieft und lebhaft ausgetauscht:

  • Die Seelsorge mit traumatisierten Menschen und mit von Rückführung Betroffenen
  • Die Seelsorgliche Begleitung von Kindern und Jugendlichen
  • Der Umgang mit Ängsten und Vorbehalten der Kirchengemeinden
  • Die Seelsorgliche Unterstützung der ehren- und hauptamtlichen Kräfte
  • Das Katechumenat – Vorbereitung von Taufbewerbern und die Integration in den Kirchengemeinden
  • Die Katholiken aus dem Orient – aus der Vielfalt lernen.

Es war ein lebhafter, reicher „Gipfel" der Fundamente aufzeigte, Begegnungen und Austausch ermöglichte und manchen mit neuen Ideen und neuer Motivation nach Hause entließ. N.Bezikofer