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Schwerin
Bildquelle: www.interkulturellewoche.de

Fremdes kann vertraut werden

Die Interkulturellen Wochen in Schwerin bestehen in jedem Jahr aus einem großen Programm der Begegnung. Dabei tragen die Religionen einen großen Teil bei. In diesem Jahr finden sie zum 30. Mal statt.

Die Interkulturellen Wochen 2020 sind etwas Besonderes, nicht nur weil sie zum 30. Mal stattfinden. „Austausch, Dialog und vor allem direkten Begegnungen. Besonders in diesen bewegten Zeiten sind diese wesentlichen Elemente für ein solidarisches Miteinander wichtiger denn je", so der Schweriner Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD). „Wir alle haben in den vergangenen Monaten erfahren, wie unerlässlich Toleranz, Empathie und Respekt für unser gesellschaftliches Zusammenleben sind."

Zu dieser Toleranz haben Vertreter der Religionen in Schwerin viel beigetragen. Der „Interreligiöse Dialog", in dem christliche Gemeinden, Juden und Muslime zusammenarbeiten, gehört zu den Motoren der Woche. In diesem Jahr ist am Sonntag, 13. September, der Garten der evangelischen Petrusgemeinde (Ziolkowskistraße 17) Ort der Eröffnung. Ab 14 Uhr gibt es dort das Fest der Kulturen mit Musik, Theater und Worten der Religionen. Und dabei wird auch die aktuelle Situation zur Sprache kommen, die das Kennenlernen und die Begegnung schwierig macht. „Die ‚Corona-Zeit' hat sehr viel verändert: Abstand halten, Maske tragen, Einschränkungen aushalten", sagt Rudolf Hubert, Vertreter der Schweriner Katholiken im „Interreligiösen Dialog".

Corona bringt Gutes, aber auch alte Ängste

„Viel Gutes entstand, weil Nachbarschaftshilfe oft neu definiert wurde. Menschen wurden achtsamer und sensibler. Erschrocken bin ich allerdings über Populisten mit ihrem Hauptvorwurf der ‚Fremdbestimmung' und dem Gift des Antisemitismus." Im Grunde, so Rudolf Hubert, geht es zum die Frage: „Existieren wir aus Angst oder aus Vertrauen?" Und in dieser Frage gebe der Glaube der Christen eine eindeutige Antwort.

Bis Anfang Oktober gibt es viele Gelegenheiten, das Vertrauen unter Menschen zu stärken. So beim „Offenen Frühstück für Frauen" in der Caritas-Begegnungsstätte Große Wasserstraße 35 am 16. September von 9 bis 11 Uhr; oder beim Straßenquiz am 22. September ab 14 Uhr auf dem Marktplatz, in der Ausstellung von Kinderzeichnungen zu Menschenrechten im Schleswig-Holstein-Haus (27. September bis 11. Oktober); oder beim abschließenden „Tag der offenen Moschee" am Samstag, 3. Oktober von 13 Uhr bis 17 Uhr in der Moschee As-Salam (Von-Stauffenberg-Str. 29)

Eine Programmübersicht über alle Veranstaltungen finden Sie im Internet www.schwerin.de

(Text: A. Hüser / Neue Kirchenzeitung)