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Gremien fordern Fakten

Gewählte Laienvertreter und Priester im Erzbistum Hamburg fordern belastbare Zahlen und sagen gleichzeitig Erzbischof Unterstützung zu für Sanierungskurs und Erneuerung

Im Vorfeld der Gremienberatungen über eine mögliche Kooperation des Erzbistums Hamburg mit der Hamburger Schulgenossenschaftsinitiative (HSGI) mehrt sich die Zahl der Gremienmitglieder, die keine verlässliche und belastbare Grundlage für eine Zusammenarbeit sehen. Vor diesem Hintergrund haben einzelne Mitglieder aus dem Diözesanpastoralrat (DPR), Priesterrat (PR), Kirchensteuerrat (KiStR) und Diözesanvermögensverwaltungsrat (DVVR) sowie dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) der Erzbistumsleitung einen Fragenkatalog übergeben, der bis kommenden Freitag beantwortet werden soll.

„Nur aus gutem Willen und klangvollem Konzept heraus werden wir keine Schulrettung und Bistumssanierung betreiben können. Die Fakten müssen für sich sprechen. Uns sind bis heute keine prüfbaren Unterlagen und Fakten der HSGI bekannt, die eine tragfähige Lösung realisierbar in Aussicht stellen könnten", sagt Professor Stefanie Heiden (ZdK und DPR). Im Vordergrund stehe weiterhin der dringend notwendige Sanierungskurs und der inhaltliche Erneuerungsprozess des gesamten Erzbistums: Beides ziele auf die Stärkung von Schwerpunkten, die verbesserte Qualität und die langfristige Zukunftsfähigkeit lebendiger Kirche in allen Bistumsteilen, nämlich Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Hamburg, ab.

„Bis heute ist völlig unbekannt wie die HSGI die Arbeit an den Schulen sowie deren bauliche Substanz und sämtliche Pensionsverpflichtungen aufrecht erhalten will oder sich nennenswert daran zu beteiligen gedenkt", sagt Manfred Bruhn (KiStR und Anlagenausschuss). „Das Erzbistum benötigt derzeit einen hohen einstelligen Millionenbetrag pro Jahr, allein um den laufenden Betrieb an seinen Schulen mit allen sich daraus ergebenden Verpflichtungen verantwortlich zu leisten. Darin enthalten sind noch nicht einmal die Altersverpflichtungen. Hinzu kommt aus der Unterlassung der Vergangenheit ein Renovierungs- und Modernisierungsstau in einem hohen zweistelligen – je nach Anzahl der unterhaltenen Schulen – auch dreistelligen Millionenbetrag. Das sind Fakten, zu denen die HSGI immer noch keine belastbaren Lösungskonzepte vorgestellt hat."

Pastor Peter Otto, Moderator des Priesterrates: „Die gute Arbeit der katholischen Schulen ist unterstützenswert. Es geht hier jedoch nicht nur um die Zukunft und die finanzielle Sanierung der Hamburger Schulen. Der Priesterrat unterstützt den Erzbischof und den Generalvikar bei der Lösung der finanziellen Probleme unseres Erzbistums. Es geht darum, den begonnenen Weg der finanziellen Konsolidierung konsequent zu gehen."

Professor Walter Raasch (ZdK und DPR): „Als gewähltes Mitglied in zwei Gremien des Erzbistums gestalte ich die Zukunftsfähigkeit des Erzbistums mit. Eine Sanierung ist immer schwierig und häufig schmerzhaft für die Betroffenen. Daher bedarf es der Anstrengung aller. Dazu gehört auch, die HSGI nach konkreten Fakten und Finanzierungsplänen zu fragen, die auch den hohen Investitionsbedarf und den operativen Finanzbedarf berücksichtigen."

Professor Stefanie Heiden (ZdK und DPR): „Wir alle sind Kirche; wir gestalten mit und packen kraftvoll an, gemeinsam mit all denen, die uns in die unterschiedlichen Gremien gewählt und entsandt haben. Und dazu gehört auch, sich nicht wegzuducken, wenn der starke und teilweise scharfe Wind der Veränderung weht. Wir bauen Windmühlen, nicht Mauern, um im Schulterschluss und gemeinsam mit unserem Erzbischof Stefan die Zukunft unseres gesamten Bistums zu gestalten."

Die Erzbistumsleitung hatte stets betont, dass die letzte Entscheidung über die Kooperation mit der HSGI unter einem Gremienvorbehalt stehe. Die Entscheidung der Erzbistumsgremien steht kurz bevor.

 

Im Erzbistum Hamburg gibt es eine Vielzahl von diözesanen Gremien. Darunter sind u.a.

Diözesanpastoralrat

Aufgabe des Diözesanpastoralrates ist es, all das, was sich auf das pastorale Wirken in der Diözese bezieht, zu untersuchen, zu beraten und hierzu praktische Folgerungen vorzuschlagen. Den Diözesanpastoralrat bilden primär gewählte Laien aus den Pfarreien und Regionen sowie den Verbänden aus dem gesamten Erzbistum. Gemäß Kirchenrecht soll hier „das ganze Gottesvolk der Diözese" widergespiegelt werden. Der Diözesanpastoralrat besteht aus 22 Personen.

Priesterrat

Der Priesterrat ist ein Beratungsgremium des Erzbischofs, das ihn gleichsam als Senat bei der Leitung des Erzbistums unterstützt. Zu ihm gehören 16 Priester (sechs geborene Mitglieder, zehn gewählte Mitglieder).

Kirchensteuerrat

Der Kirchensteuerrat berät den Erzbischof in grundlegenden Haushalts- und Finanzfragen. Eine der wichtigsten Aufgaben ist beispielsweise die Vorbereitung und Verabschiedung des jährlichen Haushaltsplanes. Zum Kirchensteuerrat gehören zehn gewählte Laien aus allen Teilen des Erzbistums sowie vier beratende und zwei geborene Mitglieder.

Diözesanvermögensverwaltungsrat (DVVR)

Der DVVR hat verschiedene Zustimmungs- und Anhörungsrechte. So muss er beispielsweise der Veräußerung von Diözesanvermögen oder Akten der außerordentlichen Vermögensverwaltung zustimmen. Ferner muss er beispielsweise bei Verwaltungsakten von größerer Bedeutung für die diözesane Vermögenslage gehört werden. Zum DVVR gehören fünf ernannte Laien, die in Wirtschaftsfragen besonders erfahren sind und drei geborene Mitglieder.

Gremien und Räte auf einen Blick