Startseite
Startseite-> Schleswig-Holstein - Gottesdienst zur Konstituierung des Landtages
Schleswig-Holstein
Bildquelle: EBHH / Chwalek

Gottesdienst zur Konstituierung des Landtages

Zu einem ökumenischen Gottesdienst haben sich heute (6. Juni) schleswig-holsteinische Landtagsabgeordnete in der Pauluskirche in Kiel versammelt, bevor die neue Legislaturperiode mit der konstituierenden Sitzung im Landeshaus eröffnet wurde. Gemeinsam mit Bischof Gothart Magaard (Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland) und Erzbischof Dr. Stefan Heße (Erzbistum Hamburg) feierten sie den Gottesdienst unter dem Leitgedanken „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung frage, die euch erfüllt" (1 Petrus 3, 15).

Erzbischof Dr. Heße erklärte in seiner Predigt, Rede und Antwort zu stehen gehöre zum Job eines Politikers oder einer Politikerin. „Aber aus welchen Quellen schöpfen Sie die Grundlage dafür? Aus Parteiprogrammen, aus Gesetzen, aus dem Gewissen oder auch aus dem Glauben?" Als Christinnen und Christen „müssen wir unsere Stimme besonders für die erheben, die keine Stimme haben. Christen muss es immer auch um den Nächsten gehen".

Bischof Gothart Magaard sagte in seiner Predigt: „Wenn wir zu sehr auf uns selber schauen, verlieren wir den aufrichtenden Blick auf den Horizont. Gerade in Norddeutschland wissen wir, wie viel Kraft diese Weite unseres Landes zwischen den Meeren geben kann. Ich wünsche uns eine Kultur, in der wir als Gesellschaft einander Anteil nicht nur an unseren Ängsten, sondern auch an unserer Hoffnung geben. In der wir die Hoffnungszeichen teilen, die wir sehen – und umso nüchterner anfassen und angehen, was in unseren Händen liegt. Gemeinsam gelte es, „den Komplexitäts-Verweigerern und Laut-Sprechern Widerstand zu leisten". „Je öffentlicher man dies heutzutage macht, desto mehr geht man das Risiko von Anfeindungen und Verunglimpfungen ein", so Magaard. Deshalb gehöre zum Politiker-Dasein neben Sachkenntnis und Pragmatismus auch eine gehörige Portion Idealismus. Magaard wünschte den Abgeordneten, „ob nach vielen Jahren oder als Neuling in diesem Landtag, dass es Ihnen gelingt, die Balance zwischen Idealismus und Pragmatismus zu halten und zu gestalten."