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„Reli-Dome"
Bildquelle: Erzbistum Hamburg

Nordkirchenweite Kampagne zum Religionsunterricht

Rund 300 Schülerinnen und Schüler aus 19 Schulen zwischen Flensburg und Stralsund sind Teil der Kampagne „Raum für Fragen. Mein Religionsunterricht.", zu der die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) seit Anfang September an insgesamt 12 Standorten in den drei Sprengeln der Landeskirche eingeladen hat. Am Freitag, 27. September, machte der „Reli-Dome", ein aufblasbares Kuppelzelt, am Schweriner Pfaffenteich Halt, wo Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und ihr katholischer Gast, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Erzbistum Hamburg), mit Schülerinnen und Schülern sowie Religionslehrerinnen und -lehrern der Heinrich-Heine-Schule und der katholischen Niels-Stensen-Schule aus Schwerin sowie der katholischen Don-Bosco-Schule aus Rostock ins Gespräch gekommen sind.

Im Zentrum der landeskirchlichen Kampagne zum Religionsunterricht stehen zwölf Fragen von Schülerinnen und Schülern, wie zum Beispiel: „Bin ich mehr als die Summe meiner Likes?", „Ist es Gott egal, wen ich liebe?" oder „Bin ich mehr wert, wenn ich Geld habe?"

Religionsunterricht bietet Raum für Fragen des Lebens

„Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Bildung - auch auf religiöse Bildung", sagte Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt während ihres Besuches des Reli-Domes am Pfaffenteich. „Religiöse Bildung unterstützt Kinder und Jugendliche in der Entwicklung ihrer Identität und fördert ihre Diskursfähigkeit in unserer pluralen und multireligiösen Gesellschaft. Beides ist besonders heute notwendig und gefragt. Die Gespräche, die seit Anfang September durch die Kampagne angeregt wurden, haben deutlich gezeigt: Kindern und Jugendlichen ist der schulische Religionsunterricht wichtig. Er bietet ihnen Raum für Fragen ihres Lebens. Er unterstützt Schülerinnen und Schüler dabei, dazu eigenständig Antworten zu finden; Antworten, die in anderen Fächern so nicht beantwortet werden können - etwa nach der Bedeutung von Liebe, Hoffnung und Gemeinschaft; ebenso nach dem Sinn von Trauer und Tod, von Abschied und Neubeginn."

Erzbischof Dr. Stefan Heße betonte: „Religiöse Bildung leistet einen wesentlichen Beitrag zu den wichtigen Fragen, die in unserer Gesellschaft gestellt werden. Dazu gehört, dass Heranwachsende unterschiedlichen Glaubens oder auch Nicht-Religiöse miteinander reden, friedlich miteinander umgehen werden und Toleranz einüben. So ist religiöse Bildung wichtig für das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft."

Dass die Kampagne auch viele Menschen auf der Straße angesprochen hat, zeigen die rund 1.500 Meinungen, mit denen Passanten auf die zwölf Fragen reagiert haben. Pastor Hans-Ulrich Keßler, Leiter des Pädagogisch-Theologischen Instituts der Nordkirche und verantwortlich für die Organisation der Kampagne, sagte in Schwerin, der vorletzten Station des Reli-Domes: „Unser Ziel war es, die Wertschätzung des Religionsunterrichts aus Perspektive der Schülerinnen und Schüler in die Öffentlichkeit zu bringen. Nach über 320 Interviews von Schülern und Schülerinnen mit Interessierten an den Standorten des Reli-Domes, nach Berichten in Presse, 400 Radiospots sowie zahlreichen Kommentaren in den Sozialen Medien zur Kampagne können wir sagen: Das ist gelungen. Die Erfolgsgeschichte Religionsunterricht, sein gesellschaftlich hoch relevanter Beitrag zum Bildungsauftrag von Schule wird wahrgenommen. Und findet überwiegend positive Resonanz."

Dazu trugen auch die 64 Kampagnenbanner mit insgesamt 780 Quadratmeter Bannerfläche an 40 Kirchtürmen der Nordkirche bei. Außerdem waren mehr als 200 öffentliche Plakatwände mit den Motiven der Kampagne bestückt und 200.000 Citycards in Kneipen, Kinos und Restaurants verteilt worden. Resonanz fand die Kampagne ebenso in zahlreichen Schaukästen, auf Websites und in Gemeindebriefen der 1.000 Kirchengemeinden der Nordkirche sowie an den schwarzen Brettern von Schulen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Die Landesbischöfin würdigte zum Schluss ausdrücklich die Organisatoren von „Raum für Fragen. Mein Religionsunterricht": „Ich danke allen, die die Kampagne vorbereitet und durchgeführt haben. Sie hat breite öffentliche Aufmerksamkeit gefunden: Mit Musik, in Gesprächen, Aktionen und Videos ist wunderbar deutlich geworden, was einen guten Religionsunterricht heute ausmacht. Klasse, dass der Religionsunterricht als Raum für Fragen so stark wahrgenommen wurde und ein so gutes Echo gefunden hat!" Kühnbaum-Schmidt weiter: „Allen, die am Religionsunterricht teilnehmen oder Religion unterrichten, wünsche ich, dass das Fach Religion auch weiterhin ein offener Raum für Fragen und für das Finden von Antworten bleibt."

Die letzte Station des „Reli-Domes" war am Sonntag (29. September) von 14 bis 16 Uhr der Marktplatz in Boizenburg. Organisiert wird die Kampagne durch das Pädagogisch-Theologische Institut der Nordkirche (PTI). Beteiligt an der Vorbereitung waren der Arbeitsbereich Schulkooperative Arbeit/TEO, das Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordkirche sowie weitere Einrichtungen und Partner.