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Puppenworkshop mit Profis
Bildquelle: Erzbistum Hamburg / Christoph Schommer

Altonaer Schüler erwecken Stabpuppen zum Leben

Emilie, Johanna, Alba und Mara sitzen auf dem Pausenhof ihrer Schule an der Eulenstraße. Fast wirken die Drittklässler ein wenig erschöpft. Vier Tage lang haben sie gemalt, geklebt und gebastelt, Filmideen diskutiert, mit dem iPad Clips gedreht und geschnitten. Vier Tage lang kein Mathe und Deutsch, dafür handwerkliches und digitales Arbeiten. „Es war so cool", resümiert Alba – und die Freundinnen nicken zustimmend. Der viertägige Puppenworkshop hat Eindruck bei den Grundschülerinnen hinterlassen. Und genau das war das Ziel von Stefan Silies und Till Nachtmann. Seit 1999 arbeiten die Kölner Künstler und Gründer von PuppetEmpire mit Lasern und Raketen, Licht und Stabpuppen – für Theater, Fernsehsender und Schulen. Ihre Puppenfilme laufen regelmäßig in Kindersendungen der ARD. „Die Kombination aus Handwerk und digitaler Technik ist einfach ideal. Nach dem Basteln der Stabpuppen setzen die Kinder das iPad gezielt als Werkzeug ein, um etwas Neues zu schaffen", erklärt Silies das Konzept des Workshops, und schwärmt: „Die haben so viele tolle Ideen. Und immer wieder entstehen neue Puppengesichter. Da nehmen wir selbst viele Anregungen mit für unsere Arbeit am Theater".

Karl hält stolz sein einäugiges Monster in die Höhe. „Eigentlich sollte es eine Puppe mit Hut und Jackett werden, aber die war mir dann doch zu schwierig", gesteht der Neunjährige. Rausgekommen ist nun ein buntes Phantasiewesen, das schon bald zum Leben erweckt wird. Denn nun steht die Filmbearbeitung an. Künstler-Kollege Till Nachtmann gibt Marta und Karl Tipps für die Bearbeitung per App. Die beiden wollen Geräusche in ihren Clip einbauen. „Hier seht ihr die Liste der Toneffekte. Laufen, Lachen, Quietschen, Radfahren ... und irgendwo gibt's wahrscheinlich auch noch ein Pupsgeräusch", flüstert Nachtmann. Die Kinder kiechern. „Einfach drauf klicken und an die gewünschte Stelle im Film schieben", ergänzt er. Und mehr muss der studierte Filmkünstler auch gar nicht erklären. Die Drittklässler der Eulenstraße kennen sich aus mit Technik und Tablets, die inzwischen regelmäßig im Unterricht eingesetzt werden.

Klassenlehrerin Michaela Renner zieht ein positives Fazit der Projekttage: „Das ist einfach eine tolle Kombination für die Kinder. Und die Hemmschwelle sinkt, wenn sie Puppen sprechen lassen können". Selbst schüchterne Schülerinnen und Schüler seien mit Feuerreifer bei der Sache. Das Ende der Projektwoche soll deswegen noch lange nicht das Ende sprechender Puppen bedeuten. „Wir überlegen gerade, ob wir zukünftig einen monatlichen Bericht aus der Schule mit Puppen-Reportern erstellen und auf die Homepage setzen", erzählt Renner und lacht. Einen Studio-Vorschlag für das „Eulenstraßen-TV" haben die Kinder jedenfalls schon gebastelt.

Gruppenfoto (v.l.n.r.): Emilie, Johanna, Alba und Mara mit ihren selbst gebastelten Puppen.