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Papsttext zu Missbrauch
Bildquelle: wikimedia.org/wikipedia/commons/

Deutsche Bischöfe würdigen Papst-Schreiben

Als «aufrüttelndes Schreiben» hat der Trierer Bischof Stephan Ackermann den am Montag veröffentlichten Brief von Papst Franziskus zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche gewürdigt. Das knapp vierseitige Dokument rufe auch die deutschen Kirchenvertreter zu «Gewissenserforschung und Reue» auf, so der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz.

In seinem an alle Christen adressierten Brief bittet der Papst um Vergebung für das Versagen der Kirche im Umgang mit Missbrauch an Kindern und anderen Schutzbedürftigen. Konkreter Anlass sind unter anderem die jüngsten Berichte über Missbrauchsfälle in den USA und in Chile.

«Mit Scham und Reue geben wir als Gemeinschaft der Kirche zu, dass wir nicht dort gestanden haben, wo wir eigentlich hätten stehen sollen und dass wir nicht rechtzeitig gehandelt haben, als wir den Umfang und die Schwere des Schadens erkannten», so Franziskus wörtlich.

Ackermann hob den besonderen Charakter des Schreibens hervor. Noch nie in seiner fünfjährigen Amtszeit habe der Papst so deutlich ausgedrückt, «dass der sexuelle Missbrauch durch Priester immer zugleich auch ein Macht- und ein Gewissensmissbrauch ist».

Es stelle sich gleichwohl die Frage, «warum der Papst dieses Schreiben an das ganze Volk Gottes richtet, wo doch die Schuld und Verantwortung in erster Linie bei den Priestern, den Bischöfen und Ordensoberen liegt», so Ackermann. «Spricht der Papst nicht allzu leicht in der Wir-Form und nimmt damit diejenigen in der Kirche mit in Haftung, die aufgrund des skandalösen Verhaltens von Priestern selbst eher zu den Leidtragenden gehören?»

Andererseits lasse Franziskus keinen Zweifel daran, «dass er dem Klerus allein nicht die notwendige Kraft zur Erneuerung zutraut». Vielmehr setze er dabei auf die Hilfe des ganzen Gottesvolkes. Ackermann kündigte an, dass die deutschen Bischöfe auf ihrer bevorstehenden Herbstvollversammlung in Fulda Ergebnisse eines Forschungsprojektes vorstellen wollen. Die Studie, an der sich alle 27 deutschen Bistümer beteiligten, trägt den Titel «Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz». (KNA)

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