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Ökumenische Pilgerreise
Bildquelle: Nordkirche

Nordbischöfe pilgern gemeinsam durch Erfurt

Mit einer gemeinsamen Pilgerreise nach Erfurt haben die Bischöfe der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland und des Erzbistums Hamburg die Bedeutung der Ökumene unterstrichen. Angestoßen wurde die viertägige Fahrt, die am Sonntag (17. Februar) zuende ging, durch den 500. Jahrestag der Reformation 2017. Er war nicht in Abgrenzung zwischen den Kirchen, sondern gemeinsam als "Christusfest" begangen worden. Im Vorfeld war zudem der ökumenische Prozess "Healing of Memories" ("Heilung der Erinnerungen") eröffnet worden.

An der Pilgerfahrt nahmen teil: Erzbischof Dr. Stefan Heße und Weihbischof Horst Eberlein (Erzbistum Hamburg) sowie aus der Nordkirche Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit und Bischof Dr. Andreas von Maltzahn (Sprengel Mecklenburg und Pommern), Bischöfin Kirsten Fehrs (Sprengel Hamburg und Lübeck), Gothart Magaard (Sprengel Schleswig und Holstein). Der Landesbischof der Nordkirche, Dr.h.c. Gerhard Ulrich, musste seine geplante Teilnahme krankheitsbedingt leider absagen.

"Die Ökumene lebt nicht nur durch Absichtserklärungen, sondern vor allem dadurch, dass wir miteinander unseren Glauben leben - im Gebet, im gemeinsamen Einsatz für Bedürftige und im vertrauten Gespräch. So wird es in unseren norddeutschen Gemeinden bereits vielfach praktiziert, und als Bischöfe wollen wir diese Inititiativen stärken", sagte Bischof Dr. von Maltzahn am Sonntag bei der Abreise in Erfurt. Auch nach Ansicht von Erzbischof Dr. Heße war die Fahrt ein Erfolg: "Die gemeinsame Pilgerreise hat uns persönlich und auch im Glauben einander näher gebracht."

Erfurt wurde als Ziel ausgewählt, weil die Stadt eine herausragende Bedeutung für beide Konfessionen hat. In den inneren Stadtteilen liegen mehr als 30 historische Kirchengebäude. Der Reformator Martin Luther wurde im Dom 1507 zum Priester geweiht. Bereits 1530 war Erfurt die erste Stadt, in der das friedliche Miteinander der beiden Konfessionen festgeschrieben wurde. Heute ist Thüringens Landeshauptstadt der Sitz des gleichnamigen katholischen Bistums Erfurt und der Sitz des Landeskirchenamtes der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Etwa 22 Prozent der Stadtbevölkerung gehören einer christlichen Kirche an.

Die bischöfliche Pilgegruppe feierte einen evangelischen Gottesdienst im Augustinerkloster, an jenem Ort, an dem Martin Luther einst Mönch wurde, und eine katholische Messe in der Reglerkirche. In dieser evangelischen Stadtgemeinde ist Ökumene der Normalfall, nicht die Ausnahme. Die evangelische Pfarrerin kooperiert mit vier Mönchen des Augustinerordens, die eingeladen wurden, in der evangelischen Pfarrwohnung zu leben und zu wirken.

Die Pilger nahmen sich einen Tag Zeit für geistliche „Exerzitien auf der Straße", trafen die mitteldeutsche Landesbischöfin Ilse Junkermann und den emeritierten katholischen Bischof Dr. Joachim Wanke zum Austausch und informieren sich über die Arbeit der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral (KAMP). Auch diskutierten gemeinsam die gegenwärtigen Herausforderungen.

(Foto: Die Bischöfe Dr. Abromeit, Eberlein, Dr. Heße, Dr. von Maltzahn und Magaard (v.l.n.r.) sowie Bischöfin Fehrs im Hof des Augustinerklosters zu Erfurt.)