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Neustart an Meer und Insel
Bildquelle: Erzbistum Hamburg / Marco Heinen

Neuer Pastor im Pastoralen Raum Nordfriesland

Er ist noch Pater und gehört dem Karmelitenorden an, aber Lankes ist dabei, den Orden zu verlassen und dauerhaft Priester des Erzbistums Hamburg zu werden. Dabei ist er in seinem Orden nicht irgendwer. Er stand zehn Jahre lang als Provinzial der deutschen Karmelitenprovinz an der Spitze seines Ordens. Zuletzt war er Krankenhausseelsorger in einer Bamberger Großklinik.

Er wollte zurück in die praktische Seelsorge
„Ich habe da gespürt. Mich erfüllt es, Seelsorger zu sein", sagt Dieter Lankes. „Als Provinzial hatte ich sehr viel mit Organisation zu tun. Zwei Ordensprovinzen wurden zusammengelegt. Es entstanden neue Strukturen. Wir mussten uns von Standorten verabschieden. Alles war viel Verwaltungstätigkeit. Und ich war sehr konzentriert auf die eigene Gemeinschaft. Aber dann habe ich gemerkt. Es gibt andere Dinge, die wichtig sind. Ein konkreter Mensch in Not zum Beispiel."
Für den Geistlichen lag es nahe, mit dem Wechsel der Tätigkeit auch den Ortswechsel zu verbinden. Den ersten Besuch auf Sylt hat er inkognito gemacht. Und in der Nebensaison. Er ist einfach in den Sonntagsgottesdienst gegangen. „Ich war schon etwas überrascht. Die Kirche war brechend voll, und ich erfuhr: Von den 300 Leuten sind nur 30 aus der eigenen Gemeinde."

Was bringt der neue Inselpastor aus der Ferne mit? „Auf jeden Fall meine Spiritualität. Die Innerlichkeit spielt bei den Karmeliten, also auch bei mir, eine große Rolle. Das heißt praktisch: Die Suche nach Stille und Entschleunigung, sich zurückziehen zum Gebet und in die Meditation. Es ist eine Spiritualität, die ganz bei Gott sein will, aber auch ganz bei den Menschen." Bei der Begegnung mit Menschen will Pastor Lankes diese Verbindung deutlich machen: „Ich möchte Menschen vermitteln, dass sie von Gott angenommen sind – so, wie sie sind."
Wie das in der Pastoralen Praxis aussehen wird, welche Angebote in der Tourismuspastoral die Inselurlauber künftig erwartet, das werde sich vor Ort im Zusammenspiel mit dem Team und in der ökumenischen Zusammenarbeit finden. Der Pastorale Raum Nordfriesland befindet sich in der Entwicklungsphase – gute Voraussetzungen für einen „Neuen".
Für die eigene Spiritualität, das Gebet und die Unterbrechung der täglichen Hektik, wird Dieter Lankes genug Zeit finden. Eine „Gemeinde", die aus mehreren Inseln besteht, das bedeutet für den Seelsorger: Viele Stunden auf Fähren verbringen. Zeit genug...

Dass seine Tätigkeit völlig anders wird als die Arbeit im Krankenhaus, wo die Patienten und Mitarbeiter immer nah beieinander sind, das weiß Pastor Lankes sehr gut. „Ich muss mich darauf einstellen, dass man von den Inseln unter Umständen nicht mehr wegkommt. Zum Glück habe ich auf jeder Insel ein Bett."
Pastor Lankes wurde am Sonntag, 14. Juli in St. Christophorus in Westerland in sein Amt eingeführt.
(Text: Andreas Hüser) 

Der Herr ist mein Lotse

Schwester Franziska und Pastor Dieter Lankes bieten in den Sommermonaten Abendgebete am Meer an. Treffpunkt ist dienstags, im Juli um 21 Uhr und im August um 20 Uhr, vor der Kirch St. Christophorus (Elisabethstr. 23, Westerland). Urlauber und Gemeindemitglieder sind herzlich eingeladen.