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Neue Pfarrei St. Vicelin

Gründungsfeier mit Erzbischof Heße

Im Pastoralen Raum Ostsee-Holstein wird am 11. Februar die Gründung der neuen Pfarrei St. Vicelin gefeiert. Erzbischof Stefan Heße wird dazu in St. Marien in Eutin ein Pontifikalamt zelebrieren.

Über 1 900 Quadratkilometer groß ist der Pastorale Raum Ostsee-Holstein, in dem rund 12 000 Katholiken leben. Für die neue Pfarrei, deren Gründung am Sonntag, 11. Februar in Eutin gefeiert wird, wurde der heilige Vicelin als Namenspatron gewählt. Formell gegründet wurde die neue Pfarrei bereits am 28. Januar, doch ohne den Erzbischof, der an diesem Tag verhindert war, wäre es natürlich nur eine halbe Gründungsfeier gewesen. Und so startet die neue Pfarrei mit ein klein wenig Verspätung am nächsten Sonntag mit einem Pontifikalamt um 11 Uhr in St. Marien in Eutin.

Die kleine Verzögerung passt eigentlich auch ganz gut zur Entwicklung des Pastoralen Raums. Wegen eines Pfarrerwechsels hat es etwas länger gedauert, bis nun nach fünf Jahren endlich alles unter Dach und Fach ist und aus vier Pfarreien eine geworden ist. Die neue Pfarrei gehört zu den größeren im Erzbistum Hamburg und sie wächst im Sommer um Tausende Gäste vor allem aus dem katholischen Süden der Bundesrepublik. Viele von ihnen erwarten, dass sie auch im Norden einen katholischen Gottesdienst in einem der Seebäder entlang der Ostseeküste zwischen Heiligenhafen und Neustadt besuchen können. Außerdem gibt es sehr viele Seniorenresidenzen, in denen der Anteil katholischer Bewohner ebenfalls leicht erhöht ist. Denn wer aus dem Süden kommt und es sich leisten kann, verbringt seinen Lebensabend gern in der Gegend, wo die Familie in frühen Jahren die schönsten Wochen des Jahres verbracht hat. Und dann sind da noch die Kliniken an der Ostseeküste, in denen das Bedürfnis für seelischen Beistand und geistliche Gespräche ebenfalls hoch ist.

All das prägt die neue Pfarrei St. Vicelin, die auf das regelmäßige ehrenamtliche Engagement von rund 150 Menschen bauen kann, wobei für einmalige Aktionen auch noch ein paar mehr aktiviert werden können. Pfarrer Bernd Wichert sieht jedoch die Gefahr einer „Überstrapazierung des Ehrenamts", wie er es nennt. Kurz: Wer viel für seine Gemeinde rackern muss, zieht sich vielleicht irgendwann ganz zurück. Insbesondere die weiten Wege in der neuen Pfarrei bereiten ihm Sorge. Wichert: „Ehrenamtliche für so große Räume zu gewinnen, ist viel schwieriger, weil der Arbeitseinsatz viel höher ist."

Als leitender Pfarrer kann Bernd Wichert mittelfristig mit insgesamt sechseinhalb hauptamtlichen Stellen planen, deutlich weniger als bisher. Derzeit sind neben ihm noch die vier Priester Jérome Agbemaple, Andreas Bock, Andreas Hasse und Stanislaw Serafin für die Gottesdienste an den zwölf Standorten Eutin, Malente, Neustadt, Ahrensbök, Lütjenburg, Preetz, Plön, Grömitz, Dahme, Oldenburg, Heiligenhafen und Burg auf Fehmarn zuständig. Wobei an einigen Standorten in der Ferienzeit zusätzlich Gastpriester aushelfen. Und auch andere Dienste werden dann häufig durch Auswärtige übernommen. Wie etwa in Dahme, wo die Einheimischen in der Hauptsaison kaum Zeit für ihre Gemeinde haben, weil die meisten von ihnen im Tourismus arbeiten und dort voll eingespannt sind, wie Kur- und Urlauberseelsorger Helmut Michels sagt.

Zusammen mit Diakonen, Pastoralassistenten und Gemeindereferenten kommt die Großpfarrei derzeit noch auf über neun hauptamtliche Mitarbeiter (sofern aktive Pensionäre mitgezählt werden). Angesichts der vorgesehenen sechseinhalb Stellen ist also absehbar, dass die neue Pfarrei neue Wege gehen muss, wenn sie ihr Angebot für Jung und Alt, für Einheimische und Urlauber nicht radikal kürzen will. Ein solcher Weg wurde zum Beispiel in Ahrensbök beschritten, wo die alte Kirche vor einigen Jahren aufgegeben werden musste und nun der Gottesdienst in der evangelischen St. Marien-Kirche gefeiert wird. „In Ahrensbök ist die Gottesdienstgemeinde in all den Jahren nicht kleiner geworden, sondern sogar leicht gewachsen", so Wichert.

Auch in der Jugendarbeit hat sich einiges getan, die quasi als Pilotprojekt neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Standorten erprobt hat. „Das hat qualitativ sehr gut funktioniert", sagt der für die Jugendarbeit zuständige Diakon Bertold Verfürth. Aber: „Quantitativ haben wir durch die langen Wege einige nicht mehr erreichen können." Dennoch seien die Rückmeldungen seitens der Jugendlichen sehr positiv. „Die Jugendlichen haben die kleinsten Probleme, weil sie früher schon auf Dekanatsebene viel zusammengearbeitet haben. Ich glaube, die sehen auch eine Chance in dem Neuen", so Verfürth. Doch nun soll erst einmal gefeiert werden. Nach dem Pontifikalamt am 11. Februar ist ein Empfang in den Schlossterrassen geplant, zu dem unter anderem auch Repräsentanten der Stadt und der evangelischen Kirche erwartet werden. Für die Musik sorgen der Kleine Chor, der Kleine Instrumentalkreis, eine Trommelgruppe aus der Flüchtlingsarbeit und die Eutiner Kita Spatzennest. Außerdem stellen sich die Orte kirchlichen Lebens vor. Das sind, neben den Kirchstandorten und der Kita, die Krankenhausseelsorge (Sankt Elisabeth Krankenhaus Eutin, Ameos-Klinik), eine Senioren-Einrichtung und eine Mutter-Kind-Klinik in katholischer Trägerschaft, der SkF Eutin, die Katholische Landjugendbewegung Holstein, das Militärpfarramt Plön und die Landespolizeischule.

Die Feier der Errichtung der Pfarrei St. Vicelin findet Sonntag, 11. Februar, statt. Sie beginnt mit einem Festhochamt um 11 Uhr in der Pfarrkirche St. Marien in Eutin mit Erzbischof Stefan Heße. Ab 13 Uhr wird dann in den Schlossterrassen in Eutin ein Fest mit Musik, Essen und Andacht stattfinden. Wegen der Feier in Eutin fallen in der Pfarrei alle anderen heiligen Messen an diesem Tag aus. An einigen Standorten gibt es dafür aber eine Vorabendmesse.

(Text und Bilder: M. Heinen/ Neue KirchenZeitung)