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Neue Pfarrei St. Ansverus

Zwischen Kloster und Radkreuz

Am 10. Juni wird die neue Pfarrei St. Ansverus mit Sitz in Ahrensburg errichtet. Gefeiert wird am Ansveruskreuz bei Einhaus. Damit entsteht etwas Neues genau dort, wo der heilige Ansverus und seine Mönche im Jahr 1066 ermordet wurden.

Der Pastorale Raum Stormarn –Lauenburg-Nord ist der sechste von zwölf Pastoralen Räumen in Schleswig-Holstein (zwei davon sind länderübergreifend mit Hamburger Stadtteilen verbunden), der jetzt zu einer großen Pfarrei verschmolzen wird. Am 10. Juni wird Erzbischof Stefan Heße den Errichtungsgottesdienst (Beginn 11 Uhr) auf der geschichtsträchtigen Wiese am Ansveruskreuz in Einhaus zelebrieren. „St. Ansverus", so lautet denn auch der Name der neuen Pfarrei mit Sitz in Ahrensburg.

Rund 15 000 Katholiken leben in der neuen Pfarrei, das sind rund 5 000 mehr als etwa in Nordfriesland und rund 9 000 weniger als in Lübeck. Auch bei der Fläche bewegt sich die Pfarrei mit etwas mehr als 1 500 Quadratkilometern im Mittelfeld. Was jedoch nicht heißt, dass hier alles durchschnittlich wäre. Im Gegenteil.

Städtische Zentren und viel unberührte Natur

Die drei bisherigen Pfarreien Maria – Hilfe der Christen in Ahrensburg, St. Vicelin in Bad Oldesloe, St. Answer in Ratzeburg und die Kirchengemeinde Trittau, die bislang zur Pfarrei Seliger Niels Stensen in Reinbek gehört, liegen einerseits zwischen den Großstädten Hamburg und Lübeck. Sie verfügen aber mit Bad Oldesloe, Ahrensburg und Ratzeburg selbst über attraktive städtische Zentren. Dazwischen gibt es noch viel unberührte Natur. Eine so vielfältige Landschaft bringt Herausforderungen für die Organisation des kirchlichen Lebens mit sich. Das beginnt mit den Anfahrtswegen für Gremienmitglieder, gilt natürlich für die Organisation von Kommunion- und Firmunterricht und berührt das Angebot an Gottesdiensten. Im Pastoralkonzept heißt es, dass an allen Kirchstandorten – Reinfeld, Bad Oldesloe, Kloster Nütschau, Bargteheide, Ahrensburg, Großhansdorf, Trittau, Mölln und Ratzeburg – nach Möglichkeit sonntags oder am Vorabend ein Gottesdienst angeboten werden soll. Das wird nur gehen, wenn neben Eucharistiefeiern auch Wortgottesdienste akzeptiert werden. Doch Pfarrer Michael Grodecki ist zuversichtlich. Nicht zuletzt, weil die neue Pfarrei auf zahlreiche Ehrenamtliche setzen kann. „Wir wollen in der veränderten Situation mit verminderten Kräften und mit weniger Geld trotzdem lebendige Kirche sein", sagt Grodecki.

Seit dem Jahr 2000 ist er Pfarrer in Ahrensburg. Grodecki wurde nach dem Weggang von Hans Janßen, der seit vergangenem Jahr Pfarrer in Hamburg ist, Leiter der Entwicklung im Pastoralen Raum Stormarn – Lauenburg- Nord. Unterstützt wurde er dabei von Pfarrer Germain Gouèn aus Ratzeburg. Doch nun steht eine weitere personelle Änderung an: Grodecki geht in den Ruhestand; Nachfolger als Pfarrer von St. Ansverus wird Christoph Scieszka (40) aus Kiel. Seine Aufgabe wird sein, zunächst mit zwei Pastoren, einem Kaplan, zwei Diakonen und vier Gemeindereferenten das Pastoralkonzept mit Leben zu füllen. Im Fokus sind vor allem Familien, aber auch Senioren. „Wir haben viele junge Familien mit vielen Kindern", so Pfarrer Grodecki. Katholische Kitas gibt es in Bad Oldesloe, Ahrensburg und Mölln.

Das Kinder- und Jugendhaus St. Josef in Bad Oldesloe und das Don Bosco-Haus für junge und ältere Menschen mit schweren Beeinträchtigungen in Mölln sind dabei herausragende Orte kirchlichen Lebens. Pfarrer Grodecki selbst hat sich besonders um die wachsende Zahl an Senioreneinrichtungen gekümmert. In zwei davon feierte er regelmäßig Eucharistie, in anderen Heimen werden ökumenische Gottesdienste gefeiert. Zwar bleibt die Zahl der Orte kirchlichen Lebens (darunter auch der Zeltplatz am Ansveruskreuz) in der neuen Pfarrei überschaubar, doch mit dem Kloster Nütschau ist ein echter Solitär mit Austrahlungskraft weit über die Pfarrei hinaus dabei. „Das Kloster ist ja ein Juwel. Es ist ein großes Glück, dass wir das hier haben, denn es ist für die gesamte Region Schleswig-Holstein und darüber hinaus eine Oase geistlichen Lebens", schwärmt Grodecki. Da ist es auch in Ordnung, dass die Patres nur in Ausnahmefällen mal außerhalb der Klostermauern eine Messe zelebrieren, denn es ist „ein Ort wo man auftanken kann und eine geistliche Atmosphäre aufnehmen kann", sagt der Pfarrer. Und: „Dort gibt es jeden Tag verlässlich eine heilige Messe. Das ist etwas ganz Großartiges." Pfarrer Grodecki wird übrigens schon bald nach Reinbek ziehen und sich um die geistliche Begleitung der älteren Elisabeth-Schwestern kümmern. Einfach nichts tun, ist seine Sache nicht. „Nach fast 35 Jahren bin ich nach wie vor gerne Priester und nach Maßgabe meiner Kräfte tätig im Dienste der Kirche und der Menschen."

(Text: Marco Heinen / Neue KirchenZeitung)