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Neubrandenburg
Bildquelle: Erzbistum Hamburg / Engelbert Petsch

Ordensschwestern verlassen St. Lukas

Mechtilda, Irmhild und Luziane, Missionsschwestern vom heiligen Namen Mariens, verabschieden sich nach einem jahrelangen segensreichen Wirken aus Neubrandenburg. Die Frauen werden künftig in Niedersachsen leben.

Ein großer Verlust für die Pfarrei St. Lukas und die Stadt Neubrandenburg: Die Missionsschwestern vom heiligen Namen Mariens verlassen aus Altersgründen die Vier-Tore-Stadt. Schwester Luziane (76) wurde bereits am 4. August verabschiedet. Ihren Mitschwestern Mechtilda (91) und Irmhild (77) will die Gemeinde während der heiligen Messe am Sonntag, 8. September (Mariä Geburt) danken. Der Festgottesdienst beginnt um 10.30 Uhr. Es schließen sich ein Mittagsimbiss und um 14 Uhr eine Dankandacht in der Kirche an der Heidmühlenstraße an.

Dankbar für das Geschenk der Berufung

„Für unsere Gemeinde ist der Weggang ein großer, schmerzlicher Einschnitt", sagte Pastor Engelbert Petsch. „Ich bin dankbar für die segensreiche Zeit unserer Schwestern. Wir wollen Gott danken für das Geschenk der Berufung. Nur mit der Berufung jeder einzelnen Schwester wurde das wertvolle Wirken der Ordensgemeinschaft in Neubrandenburg möglich." Auch für die Kommune sei es bedauerlich, „wenn die Ordensschwestern nicht mehr im Stadtbild sichtund greifbar sind. Sie haben das Bild hinausgetragen, dass Gott da ist, dass er gegenwärtig ist."

Schwester Irmhild wird in das Kloster Nette ziehen. Mechtilda, die im Jahr 2015 ihr diamantenes Ordensjubiläum (60 Jahre) gefeiert hatte, sowie Luziane gehen in das St. Josefshaus Wallenhorst, ein von den Missionsschwestern geführtes Alten- und Pflegeheim nördlich von Osnabrück.

Am 1. Oktober dieses Jahres, so die Information aus dem Kloster Nette in Osnabrück, wird der Schwesternkonvent in Neubrandenburg offiziell aufgelöst. Damit endet ein jahrzehntelanges Wirken von Ordensschwestern in der Vier-Tore-Stadt. „1925 kamen die ersten drei Schwestern aus dem Mutterhaus in Meppen nach Neubrandenburg und begannen, mit fünf elternlosen Kindern in einem Wohnhaus in der Adolf-Friedrich-Straße ein Kinderheim einzurichten", heißt es in der Chronik der Neubrandenburger Pfarrgemeinde.

Laut Pastor Petsch hatten die Frauen vielfältige Aufgaben in der Gemeinde. Mechtilda, die gelernte Schneiderin war 1988 von Schwerin nach Neubrandenburg umgezogen, wirkte in der Vier-Tore-Stadt als Seelsorgehelferin, Religionslehrerin und Küsterin. Außerdem spielte sie Orgel und sorgte sich um den Blumenschmuck in der Kirche. Auch Schwester Irmhild, die Petsch als „Juwel für alles" bezeichnete, setzte sich auf vielfältige Art für die Gemeinde ein. Luziane war unter anderem Seelsorgshelferin, sie kümmerte sich um den Sakristeidienst und war Ansprechpartnerin für die Senioren im Caritas-Altenheim. „Es war eine gute Zeit in Mecklenburg", sagte Schwester Luziane. „Aber alle werden älter. Man muss den Mut haben, Abschied zu nehmen."

Eine Sprecherin des Klosters Nette bedauerte die Schließung des Konvents und betonte: „Die Schwestern werden älter, Nachwuchs ist nicht in Sicht. Wenn wir genügend Schwestern hätten, würden wir sicherlich gerne Konvente in Diaspora-Gemeinden aufrecht erhalten."

(Text: Norbert Wiaterek)