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Mit vielen Menschen im Boot

Neue Pfarrei im Hamburger Westen

„St. Maria" heißt die neue Pfarrei im Hamburger Westen, die Erzbischof Stefan Heße errichtet. Der Festgottesdienst am 3. Juni ist der Höhepunkt einer Festwoche, zu der die fünf Gemeinden des Pastoralen Raums einladen.

Fünf Gemeinden im Hamburger Westen haben Anfang 2015 den Prozess zur Bildung eines Pastoralen Raums begonnen: Maria Grün in Blankenese, St. Paulus-Augustinus in Groß Flottbek, St. Bruder Konrad in Osdorf-Schenefeld, St. Marien Altona und – auf der anderen Elbseite – St. Petrus Finkenwerder.
Mit der Errichtung der neuen Pfarrei St. Maria mit Sitz in der Schenefelder Landstraße findet dieser Prozess offiziell seinen Abschluss. „Endlich", sagt Pfarrer Dr. Thomas Benner, der Leiter der Entwicklung. Das Pastoralkonzept sei seit einem Jahr fertig, jetzt wünschten sich alle, dass es endlich richtig losgehe. Mit der Umsetzung des Konzeptes hat die neue Pfarrei nicht bis zur Errichtung gewartet. „Manches, was im Pastoralkonzept skizziert ist, ist schon gelebte Realität. Das hat den positiven Effekt, dass die Beteiligten merken: Die konzeptionelle Arbeit hat sich gelohnt", erzählt Diakon Tobias Riedel, der als Moderator den Prozess begleitete. „Es ist uns gelungen, schon sehr früh viele Menschen mit ins Boot zu holen. So ist unter den Beteiligten inzwischen eine Vertrauensbasis entstanden", sagt Dr. Claus- Uwe Jehle, der ebenfalls zur Lenkungsgruppe gehört.

Rund 70 Aktive umfasst der Gemeinsame Ausschuss aus gewählten Gremienmitgliedern und Vertretern der Orte kirchlichen Lebens, der wiederum 17 Arbeitskreise zu verschiedenen pastoralen Themen ins Leben gerufen hat. Mehr als 150 Menschen haben darin zeitweise mitgearbeitet – von der Taufpastoral bis hin zu „Feste und Feiern". „Die Lenkungsgruppe hat klare Zielvorgaben gegeben, in der Umsetzung hatten die Arbeitskreise aber freie Hand", erläutert Pfarrer Benner.

Die breite Beteiligung ist für Diakon Tobias Riedel eine Besonderheit des Prozesses: „Die Menschen haben sich je nach Interessen zusammengefunden: Da gibt es Gemeindemitglieder, die sich für Trauerpastoral interessieren, andere für die Erstkommunionvorbereitung." Diese „Charismenorientierung" sei in der Kirche der Zukunft gefragt. „Wir werden auch künftig Schwerpunkte haben, aber wir haben sie nicht von außen gesetzt, sondern sie entwickeln sich je nachdem, ob sich zu einem Thema Menschen finden, die sich dazu engagieren wollen." Daneben gibt es lokale Färbungen, die das Pastoralkonzept in jeder Gemeinde hat: „Die Gemeinden sind unterschiedlich und sollen es auch bleiben", betont Pfarrer Benner. So wird die Gemeinde St. Marien Altona immer traditionell zum Stadtteilfest „Altonale" oder bei der „Nacht der Kirchen" besonders aktiv. Einen Ort der Stille bildet in der neuen Pfarrei hingegen der Karmel auf Finkenwerder.

Sehr unterschiedliche Stadtteile
„Wir haben viel Zeit in eine gründliche sozialräumliche Analyse investiert", erzählt Claus- Uwe Jehle. Denn die Stadtteile seien sehr verschieden: In Ottensen etwa mit seinen städtischen Strukturen lebten vor allem junge Menschen und Singles, die Fluktuation sei groß, die Zahl der Gottesdienstbesucher vergleichsweise gering. Auch der Anteil der Senioren sei niedrig, es gebe nur wenige Beerdigungen. „Junge Familien mit Kindern ziehen von Ottensen weiter Richtung Westen", so Jehle. „Die Vorstellung, wie man Kirche sein will, ist von Osdorf bis Ottensen sehr unterschiedlich." Neben der Einbindung vieler Menschen in den Prozess hat die Lenkungsgruppe auf Transparenz gesetzt: Schnell wurde ein gemeinsamer Internetauftritt  und ein Pfarrbrief für alle gestaltet, regelmäßige Informationsbriefe berichteten über neue Entwicklungen, Gemeindegespräche im Anschluss an die Sonntagsgottesdienste boten ein Forum zum Austausch. „So wurde ein steter Informationsfluss geschaffen und jeder, der wollte, konnte mit einsteigen", sagt Claus-Uwe Jehle.

(Text: Monica Sendker / Neue KirchenZeitung)

Aus dem Programm der Festwoche im Hamburger Westen

Donnerstag, 31. Mai, 18 Uhr, St. Bruder Konrad: Fronleichnams-Gottesdienst mit Prozession, danach Grillen im Garten

Freitag, 1. Juni, 20 Uhr, St. Marien: Konzert im Rahmen der Reihe „Musik+Plus": André Krikula präsentiert brasilianische Gitarrenmusik und Gesang

Samstag, 2. Juni, 14 Uhr, St. Paulus-Augustinus: Kinder- und Familienfest

Sonntag, 3. Juni, 11 Uhr, Maria Grün: Festgottesdienst mit Erzbischof Stefan Heße zur Errichtung der Pfarrei St. Maria, anschließend Begegnung, Abschluss-Andacht um 15.30 Uhr.