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Missbrauch in Mecklenburg

Professor Spitzer ist neues Mitglied im Beirat

Professor Carsten Spitzer, Direktor der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin in Rostock, ist neues Mitglied in dem Beirat, der die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche Mecklenburgs begleitet. Spitzer ist Nachfolger von Professorin Manuela Dudeck von der Universität Ulm. Sie ist mit der Aufarbeitung beauftragt worden und daher aus dem Beirat zurückgetreten. Der Beirat hat sich am Donnerstag, 15. Oktober, erneut in Schwerin getroffen.

Eine Mitarbeiterin der Universität Ulm hat inzwischen damit begonnen, verdachtsunabhängig die Personalakten von rund 200 katholischen Priestern zu sichten, die zwischen 1945 und 1989 in Mecklenburg tätig waren. Darüber hinaus sind bisher sieben Interviews mit Betroffenen vereinbart worden. Noch in diesem Jahr soll die ehemalige Bistumsleitung befragt werden.

Zum Hintergrund der Untersuchung:

Im Jahr 2018 hat Erzbischof Stefan Heße einen Beirat eingerichtet, um den sexuellen Missbrauch in Mecklenburg durch katholische Priester und andere im Dienst der katholischen Kirche stehenden Personen an Minderjährigen aufzuarbeiten und zu dokumentieren. Der Beirat besteht aus Mitarbeitenden des Erzbistums Hamburg und des Bistums Osnabrück sowie externen Fachleuten unter Vorsitz des Diözesanarchivars Martin Colberg. Mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung wurde im Juli 2019 ein Forschungskonsortium der Universität Ulm unter der Leitung von Dr. Manuela Dudeck, Professorin für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie mit dem Forschungsschwerpunkt Psychotraumatologie, beauftragt. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt.
Die Erhebung der Daten zur 2018 veröffentlichten Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" (MHG-Studie) hatte ergeben, dass die Zahl von 54 Betroffenen und 17 beschuldigten Priestern in Mecklenburg etwa gleich hoch war wie in den westlichen Bistumsteilen Hamburg und Schleswig-Holstein zusammen.

Martin Colberg ordnet die Untersuchung ein: „Die Aufarbeitung hat wissenschaftlichen Anspruch auf bislang unerforschtem Neuland. Anders als bei der MHG-Studie erhalten die externen Wissenschaftler im Rahmen eines eigens erstellten Datenschutzkonzepts Zugang zu den Archiven. Zudem werden Interviews mit den Betroffenen geführt, die dazu bereit sind."