Startseite
Startseite-> Lübecker Märtyrer - Sonderbriefmarke erscheint am 11. Oktober
Lübecker Märtyrer

Sonderbriefmarke erscheint am 11. Oktober

Das Bundesfinanzministerium gibt eine Sonderbriefmarke zu vier von den Nationalsozialisten hingerichteten christlichen Geistlichen heraus. Das Wertzeichen zu den "Lübecker Märtyrern" wurde am Donnerstag (4. Oktober 2018) in der Hansestadt vorgestellt. Die Briefmarke im Wert von 70 Cent soll ab dem 11. Oktober verkauft werden.

Die katholischen Kapläne Hermann Lange, Eduard Müller und Johannes Prassek sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink aus Lübeck wurden am 10. November 1943 in einem Hamburger Gefängnis hingerichtet. Der nationalsozialistische Volksgerichtshof hatte sie wegen "Wehrkraftzersetzung, Heimtücke, Feindbegünstigung und Abhören von Feindsendern" zum Tode verurteilt.

Dr. Stefan Heße, Erzbischof von Hamburg:

„Diese Briefmarke ist ein Geschenk und wenn ich darf, würde ich sie gern all den Männern und Frauen widmen, die in den letzten 75 Jahren das Gedenken erhalten und weiter gegeben haben. Ohne sie wären die vier Geistlichen vermutlich nicht mehr als eine Notiz in den Kirchen- und Geschichtsbüchern. Dass aber bald Briefe mit der Botschaft und in Erinnerung an die Lübecker Märtyrer verschickt werden, ist im weitesten Sinne diesen Menschen zu verdanken!
Das Zeugnis der Lübecker Märtyrer wird damit weitergegeben. Das Feuer der Begeisterung brennt und wir können als katholische und evangelische Kirche unseren Beitrag zur Gedenkkultur im Land Schleswig-Holstein beitragen. Immerhin ist die Gedenkstätte an der Propsteikirche Herz Jesu seit Jahren die am häufigsten besuchte in ganz Schleswig-Holstein."

Daniel Günther, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein:

„Es ist richtig und wichtig, die Lübecker Märtyrer bundesweit mit einer Briefmarke zu ehren. Die vier Geistlichen haben in Zeiten des Nationalsozialismus Zivilcourage gezeigt und gegen die menschenverachtenden Methoden im Dritten Reich aufbegehrt. Im Namen des Landes Schleswig-Holstein danke ich der Deutschen Post dafür, dieses Andenken zu bewahren."

Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche):

„Die vier Lübecker Märtyrer waren auch Zeuge Christi als sie gegen Krieg und NS-Diktatur das Wort ergriffen und Klartext redeten. Sie wandten sich gewaltfrei gegen zwei Stützpfeiler des Systems: Gegen die Lüge. Und gegen das Schweigen. Das Lügen der Wenigen und das Schweigen der Mehrheit – das ist die Grundlage für jede Diktatur. Klartext reden gegen Menschenverachtung und Rechtsextremismus, das können wir von den vieren lernen. Ihr Zeugnis ist ein großer, ökumenischer Schatz, der uns anspornt zu Demokratieliebe und Aufrichtigkeit."

Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen:

„Das öffentliche Auftreten von bestimmten politischen Gruppen, die ihren Anhängern neue Feindbilder von islamischen oder jüdischen Gläubigen, von Journalisten als verunglimpfender „Lügenpresse" oder generell von Ausländern und Flüchtlingen einimpfen wollen, mahnt uns ALLE – gerade am Beispiel der vier Lübecker Märtyrer – dazu, AUFZUSTEHEN und uns mit aller Klarheit zu unserer Demokratie, zu unserem Rechtsstaat, zu den Grundwerten unserer Verfassung und eines einigen Europas zu bekennen!"

Am 25. Juni 2011 wurden Hermann Lange, Eduard Müller und Johannes Prassek den Angaben zufolge seliggesprochen. Dem evangelischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink wurde dabei ehrend gedacht.