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Lübecker Kreuzweg 2021
Bildquelle: Erzbistum Hamburg / M. Heinen

Der älteste Kreuzweg Deutschlands als Film

Premiere am heutigen Karfreitag hat ein neuer Film über den ältesten Kreuzweg Deutschlands in Lübeck. Erstmals wirkt der amtierende schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther mit. Weitere Ansprachen an den einzelnen Kreuzwegstationen halten der frühere Ministerpräsident Björn Engholm, Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Norden (Nordkirche) und Christoph Giering, Propst der katholischen Propsteikirche Herz Jesu in Lübeck. Der Kreuzweg, den der Lübecker Kaufmann Hinrich Konstin 1493 angelegt hat, gilt als der älteste in Deutschland und wird seit 1994 von mittlerweile mehr als 700 Menschen aus ganz Norddeutschland an jedem Karfreitag gebetet. Wegen der Pandemie kann er in diesem Jahr nicht stattfinden.
Produziert wurde der Film von dem Lübecker Filmemacher Hanno Mertin in Zusammenarbeit mit Marco Chwalek vom Erzbistum Hamburg.

Erinnert wird im Rahmen des Kreuzwegs an den Leidensweg Jesu von der Verurteilung durch Pontius Pilatus bis hin zu seinem Tod am Kreuz auf dem Kalvarienberg. Der Lübecker Kreuzweg geht über fünf Stationen, an denen jeweils neben einer Schriftlesung auch eine kurze Ansprache stattfindet. Ministerpräsident Daniel Günther erinnerte an der zweiten Station an die Lübecker Märtyrer. „Die Lübecker Märtyrer waren einer ganz erheblichen Prüfung ausgesetzt. Etwas, was man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann – zu Werten zu stehen, obwohl man mit dem Tod bedroht ist", sagte Günther. Die Menschen stünden häufig vor solchen Situationen, freilich ohne einen solchen Preis wie die Märtyrer zahlen zu müssen. Dennoch, Demokratie und Freiheit seien immer wieder in Gefahr. Und es gehe darum, Menschen entgegenzutreten, „die unser System verändern wollen, die sich gegen Demokratie stellen wollen und auch Menschenrechte nicht achten. All das sind Prüfungen, denen auch wir heute ausgesetzt werden", so der Ministerpräsident.

Der frühere Ministerpräsident Björn Engholm sprach an der dritten Station des Lübecker Kreuzweges. Er forderte, aufzustehen und zu handeln, „wo Ungerechtigkeit, Missgunst, Achtlosigkeit und Hass herrschen". Es gehe darum, das „Kreuz der Bedrückten" zu tragen. Denn das sei das Gebot des Christentums, und wenn es von vielen Menschen befolgt werde „dann wird das Leben der Menschen auf ganz einfache Art und Weise viel, viel leichter werden", sagte Engholm.

Bischöfin Kirsten Fehrs erinnerte daran, dass die Menschen nun den zweiten Karfreitag während der Corona-Pandemie erlebten. „Unser Land trauert um die vielen Menschen, die sterben mussten. Aber auch all die begrabenen Träume und bedrohten Existenzen, der umfassende Verzicht auf Nähe, all dies geht zunehmend an die Seele. Karfreitag in diesem zweiten Corona-Jahr versteht so viel von unserer Trauer." Ferner sagte sie, viele sehnen sich nach Erlösung. Beim Blick aufs Kreuz erkenne man, dass Gott uns nicht verlasse.
Der Lübecker Propst Christoph Giering sagte, der Kreuzweg sei auch ein Zeichen der Kirchen gegen Gewalt: „Auch in unserer Zeit sind Menschen gewalttätig, es gibt Opfer. Wir wollen in unserer Stadt Lübeck die Aufmerksamkeit auf die Opfer lenken. Sie sollen besser geschützt werden."

Inhalte des Films werden am Karfreitag (2. April 2021) auch als Radio-Gottesdienst zu hören sein. Um 11 Uhr im Offenen Kanal (Radio) bei Lübeck FM, Kiel FM und Westküste FM.

Zum Lübecker Kreuzweg: 1493 wurde er auf Wunsch des Kaufmanns Hinrich Konstin angelegt und gilt damit als der älteste in Deutschland. Nach der Reformation geriet der Kreuzweg in Vergessenheit, erst 1994 entdeckte ihn der katholische Lübecker Propst Helmut Siepenkort (1937-2007) per Zufall wieder und belebte die Tradition neu. Seit 2002 gehen und beten katholische und evangelische Christen den Kreuzweg gemeinsam.

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