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Katholische Schule Bergedorf
Bildquelle: Erzbistum Hamburg / C. Schommer

Spannender Unterricht am Bienenstock

Emsiges Treiben herrscht im Foyer der Katholischen Schule Bergedorf. Die Jungen und Mädchen der dritten Klasse sind gerade dabei, sich weiße Schlupfjacken aus Baumwolle überzuziehen und Imkerhüte aufzusetzen. Die Aufregung scheint von Minute zu Minute zu steigen. Denn zum ersten Mal lädt Klassenlehrer Henning Bartsch die Kinder zum Unterricht in den Schulgarten ein.

Zwei Völker mit etwa 20.000 Bienen hat der langjährige Hobby-Imker vor einigen Monaten an der Schule aufgestellt. „Da können wir die Tiere ganz genau beobachten und einmal schauen, ob es schon Honig gibt", schürt Bartsch die Vorfreude. Dann geht es los. Christian, Luis und ihre Freunde gehen in Zweierreihen über den Rasen und stellen sich schließlich leise und ohne hektische Bewegungen im Halbkreis um die beiden Holzkisten. „Ja, eine Biene kann natürlich stechen", geht Bartsch gleich zu Beginn auf die Sorgen der Lütten ein, „aber das macht sie nur, wenn sie sich verteidigen muss. Und in Euren Jacken seid ihr eh sicher". Nach und nach festigt sich diese Erkenntnis auch bei den anfangs Ängstlichen, die sich aus der hinteren in die erste Reihe vorarbeiten. Denn schließlich gibt's dort viel zu sehen, wenn Klassenlehrer Bartsch den Bienenstock öffnet und einzelne Waben mit tausenden wimmelnden Bienen herausholt. 

Jakob schaut sichtlich begeistert. „Der Kasten platzt ja bereits aus allen Nähten. Wir müssen unbedingt einen Ableger machen", freut sich Bartsch über die positive Entwicklung. Mit einem pfeifenähnlichen, rauchenden Smoker hat er das Volk der Nektarsammler zuvor beruhigt. Aufmerksam hören die Schüler seinen Erläuterungen zu – und wissen schnell: Damit bei so vielen Einwohnern kein Chaos entsteht, weiß jede Biene ganz genau, was sie zu tun hat. Und Biene ist natürlich nicht gleich Biene. Nach wenigen Minuten können die Kinder zwischen Arbeiterinnen, Drohnen und der mit einem Punkt markierten Königin unterschieden – und Nektar vom Endprodukt Honig. 

„Mit Bienen lernt man die Natur wirklich zu lesen und erkennt beispielsweise, dass es ganz unterschiedliche Pollen und Pollenfarben gibt", erzählt Bartsch. Dann geht's ans Eingemachte. „Wer von Euch traut sich denn, einen Drohn auf die Hand zu nehmen?", fragt der 60-jährige in die Runde. Die Kinder schweigen, bis Bartsch fortfährt und erklärt, dass die „ja keinen Stachel haben". Augenblicklich schießen die Hände der Schlupfjackenträger in die Höhe. Theresa darf als erste eines der männlichen Tiere auf ihrer Hand kann nehmen. Nach und nach kommen weitere Kinderhände hinzu. „So, genug gesehen?", fragt der Klassenlehrer in die Runde. „Neiiiiiiin!", schallt es ihm aus allen Mündern entgegen. 

Der Projektunterricht im Freien kommt in Bergedorf gut an. Das Interesse ist nicht nur bei den Lütten groß. Auch bei den Kolleginnen, für die Bartsch nach dem Unterricht Einführungskurse anbietet, hat er Interesse an der Schulimkerei hervorgerufen. „Jeder kann mit Bienen arbeiten", ist er überzeugt. Und lange Wartelisten von der Vorschule bis zur vierten Klasse zeugen davon, dass sein wöchentlicher Unterricht am Bienenstock als besonderer Gewinn im Schulalltag gesehen wird.

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