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Jesuiten-Flüchtlingsdiensts
Bildquelle: Erzbistum Hamburg / Giuliani / von Giese

Statement von Erzbischof Heße 40. Gründungstag

Aus Anlass des 40-jährigen Gründungstags des Jesuiten-Flüchtlingsdiensts (JRS) erklärt der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg):

„Angesichts der großen Not der vietnamesischen Bootsflüchtlinge gründete P. Pedro Arrupe SJ am 14. November 1980 den Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS). Schon bald begann der JRS, sich auch den Bedürfnissen von schutzsuchenden Menschen in anderen Regionen der Welt zuzuwenden. Heute ist er in über 50 Staaten auf allen Kontinenten aktiv, auch in Deutschland. Den vielfältigen Projekten des JRS liegt seit vier Jahrzehnten ein gemeinsames Selbstverständnis zugrunde: Schutzsuchende Menschen zu begleiten, ihnen zu dienen und für sie die Stimme zu erheben (accompany, serve, advocate).

Bereits seit vielen Jahren arbeitet die Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz vertrauensvoll mit dem Jesuiten-Flüchtlingsdienst zusammen. Gemeinsam treten wir im Katholischen Forum ‚Leben in der Illegalität' dafür ein, dass die Menschenrechte jedes Migranten gewahrt werden – unabhängig von Status und Herkunft. Bei meinem Besuch des äthiopischen Flüchtlingslagers Mai Aini im Mai 2019 und meiner Reise ins marokkanisch-spanische Grenzgebiet rund um Nador und Melilla im März 2020 hatte ich die Gelegenheit, vor Ort mit Mitarbeitern und Partnern des Jesuiten-Flüchtlingsdiensts ins Gespräch zu kommen. Auch vor dem Hintergrund dieser Begegnungen weiß ich: Gerade dort, wo die Lage hoffnungslos scheint, steht der Jesuiten-Flüchtlingsdienst zuverlässig an der Seite der schutzsuchenden Menschen.

Der 40. Geburtstag des JRS ist Anlass zur Sorge und zur Dankbarkeit zugleich: Besorgt stimmt mich die Tatsache, dass die Zahl der Menschen auf der Flucht seit Jahren beständig steigt und es der Weltgemeinschaft viel zu oft an der notwendigen Solidarität mangelt. Umso wichtiger ist es, dass es Organisationen wie den JRS gibt, die sich unermüdlich für die Anliegen und Rechte der Schutzsuchenden engagieren. Mein Dank gilt allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern des Jesuiten-Flüchtlingsdiensts in Deutschland und weltweit. Die Nächstenliebe, zu der Christus uns aufruft, verlangt Gerechtigkeit – diese Überzeugung von Pedro Arrupe wird im Handeln des JRS tagtäglich konkret greifbar."