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Jahrestagung Illegalität

Heße: „Die Menschenrechte gelten universell“

Erzbischof Stefan Heße hat die weltweite Geltung der Menschenrechte betont. Auf der Jahrestagung Illegalität, die am Freitag, 15. März, in Berlin zu Ende gegangen ist, sagte er: „Die Menschenrechte gelten universell, auch für Migranten ohne Papiere. Sicherlich hat der Staat ein berechtigtes Interesse, Fragen des Aufenthalts zu klären. Doch zugleich gilt es, die Würde eines jeden Menschen zu wahren. Dies ist, wie unser Grundgesetz festhält, Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Wenn ein Mensch krank ist, muss er medizinisch behandelt werden – unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Und wenn ein Kind im schulfähigen Alter ist, muss ihm der Zugang zu Bildungseinrichtungen offen stehen – egal, welche Papiere die Eltern haben."

Erzbischof Heße, der die Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz leitet, unterstrich, dass die Thematik auch international an politischer Relevanz gewonnen hat: „Mit dem Globalen Migrationspakt hat sich die überwältigende Mehrheit der UN-Mitgliedstaaten zu dem Ziel bekannt, die Menschenrechte von Migranten ungeachtet ihres Migrationsstatus zu achten, zu schützen und zu gewährleisten. Dies ist ein wichtiger Schritt. Nun kommt es darauf an, diesen Worten auch Taten folgen zu lassen."

Die 15. Jahrestagung Illegalität befasste sich mit dem Thema „Soziale Rechte – Hürden zwischen Anspruch und Umsetzung". Zu der Veranstaltung, die das Katholische Forum Leben in der Illegalität mit dem Rat für Migration und der Katholischen Akademie in Berlin durchführte, kamen rund 100 Fachleute aus Kirche und Nichtregierungsorganisationen, Verwaltung, Politik und Wissenschaft zusammen.

Hintergrund

Das Katholische Forum Leben in der Illegalität wurde 2004 auf Initiative der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz gegründet. Es setzt sich dafür ein, dass Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität in Deutschland ihre grundlegenden sozialen Rechte in Anspruch nehmen können, ohne deshalb die Abschiebung befürchten zu müssen. Neben der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz sind der Deutsche Caritasverband, die Katholische Arbeitsgemeinschaft Migration, der Malteser-Hilfsdienst und der Jesuiten-Flüchtlingsdienst Träger des Forums.

Die Jahrestagung Illegalität wird vom Katholischen Forum Leben in der Illegalität, der Katholischen Akademie in Berlin und dem „Rat für Migration", einem unabhängigen Zusammenschluss von Migrationswissenschaftlern, organisiert.