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Immobilien der Pfarreien

Information über Bestandsaufnahme in den Regionen

Erzbistum holt Rat seiner Haupt- und Ehrenamtlichen ein

Das Erzbistum Hamburg wirbt weiter für die aktive Beteiligung aller ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter an seinem pastoralen und wirtschaftlichen Erneuerungsprozess und will den Dialog mit den Gemeinden vertiefen. Bei regionalen Informations- und Diskussionsveranstaltungen in Schwerin und Neumünster mit zusammen rund 150 Teilnehmern äußerte Generalvikar Ansgar Thim außerdem Verständnis für die Kritik am Erzbistum. „Viele Ängste und Sorgen sind berechtigt. Wichtig ist, einander weiter zu vertrauen", sagte er. Thim versprach außerdem, die Kommunikation zu verbessern. Dies war auf beiden Veranstaltungen einer der Punkte, auf den sich die Kritik der pastoralen Mitarbeiter und ehrenamtlichen Gremienvertreter richtete: Es dauere oft zu lange, bis Entscheidungen getroffen würden oder Gemeinden Antworten der Verwaltung auf ihre Anfragen erhielten. Der Generalvikar versprach Besserung. Betroffene sollten sich künftig in solchen Fällen direkt an ihn wenden, damit er dem nachgehen könne.

Ein Thema war an beiden Abenden die anstehende Bestandsaufnahme aller Immobilien in den Pfarreien des Erzbistums. Das Erzbistum ist dabei auch auf die Zuarbeit aus den Gemeinden angewiesen. Der Generalvikar hatte in einem Schreiben an die Pfarreien Ende Februar angekündigt, eine Erhebung durchzuführen, um die Instandsetzungs- und Investitionsbedarfe zu ermitteln. Unterstützt von der Unternehmensberatung Ernst & Young soll dies in Zusammenarbeit der Abteilung Immobilien und Bau mit den Bauausschüssen der Pfarreien geschehen. „Uns ist sehr daran gelegen, dass sie diesen Prozess vor Ort begleiten", sagte Bau-Abteilungsleiter Daniel Hoch in Neumünster, der ebenso wie der Generalvikar bedauerte, dass der Brief in Teilen missverstanden worden war.

Im Fokus sind derzeit rund 750 kirchliche Immobilien zwischen Flensburg und Neubrandenburg, die durch die künftig 28 Pfarreien genutzt werden, nach Einschätzung des Erzbistums aber künftig nicht mehr alle unterhalten werden können. Allein in den künftig zehn katholischen Pfarreien Schleswig-Holsteins soll der Instandhaltungs- und Investitionsbedarf von rund 330 Gebäuden erhoben werden, in Mecklenburg geht es um rund 230 Immobilien. Ersten Berechnungen zufolge ist bistumsweit mit einem Investitionsbedarf in Höhe von über 150 Millionen Euro bis 2021 für alle Immobilien zu rechnen. Endgültige Zahlen sollen jedoch erst im Sommer vorliegen.

Der Generalvikar stellte sich gemeinsam mit Schwester Gudrun Steiß, Leiterin der Pastoralen Dienste im Erzbistum, sowie weiteren am Prozess beteiligten Experten den Fragen und der teils deutlichen Kritik der pastoralen Mitarbeiter und ehrenamtlichen Gremienvertreter. Der Wunsch nach mehr Selbstverantwortung der Pfarreien wurde ebenso geäußert wie der Wunsch, die Bistumsleitung möge eine klarere Führungsrolle übernehmen.
Sowohl in Schwerin wie auch in Neumünster wurde zugleich der Ruf laut, sich nicht nur auf die negativen Entwicklungen zu konzentrieren: „Was ist positiv angedacht, damit wir den Blick nach vorne richten? Was haben wir an Innovationen, die wir in der Pastoral anstoßen?" und „Ich will nicht nur über Verlust reden, sondern auch über Erneuerung", hieß es in Stellungnahmen von Teilnehmern.

Generalvikar Ansgar Thim erläuterte mit Blick auf die angekündigte Schließung von mindestens fünf Hamburger Schulen erneut die schwierige Ausgangslage des Erzbistums. „Der Schulverband war nicht in der Lage, eine schwarze Null zu schreiben." Angesichts eines jährlichen Zuschusses von acht Millionen Euro zum Ausgleich der Defizite sei es notwendig geworden, die Steuerung der Schulen direkt zu übernehmen. Es sei ein Fehler gewesen, dass es bislang kein solches Controlling im Erzbistum gegeben habe. Es brauche jetzt aber auch Zeit für die notwendigen Korrekturen. „Wir können das nicht alles auf einmal", so Thim. Er und weitere Vertreter des Erzbistums werden sich in der kommenden Woche auch in Hamburg der Diskussion stellen.

Das Erzbistum Hamburg befindet sich mit 79 Millionen Euro Schulden in einer wirtschaftlichen Schieflage und rechnet mit einem Defizit von 350 Millionen Euro bis 2021, sofern nicht jetzt umgesteuert wird.