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„Hundert Jahre warten“
Bildquelle: Erzbistum Hamburg

Ausstellung zum Kirchweihjubiläum von St. Anna

Wenn man nach den Kirchen Schwerins fragt, wird einem meist der Dom genannt, dann die Schelfkirche und ebenso die Paulskirche. Nur wenige kennen St. Anna, die kleine katholische Kirche aus dem 18. Jahrhundert, die eingebaut ist in die Häuserzeile der Schlossstraße. Viele Passanten gehen an ihrer barocken Fassade vorüber, ohne etwas von dem dahinter verborgenen Kirchenraum zu ahnen.

Doch gerade dieser erste nachreformatorische Neubau einer katholischen Kirche in Mecklenburg hat eine spannende Geschichte. Diese beginnt nicht erst nach der Kirchweihe im Jahre 1795, sondern schon ein Jahrhundert zuvor. Damals gab es eine kleine katholische Schlosskirchengemeinde in Schwerin. Als aber 1692 der katholische Herzog starb, musste die Gemeinde aus dem Schloss ausziehen. Bald war zwar eine provisorische Bleibe gefunden, die auch von den nachfolgenden lutherischen Herzögen geduldet war. Doch über einhundert Jahre wurden alle Anträge auf einen eigenen Kirchenbau vom jeweiligen Landesherrn abgelehnt.

Aber die katholische Minderheit im Lande hielt durch. Über alle Hindernisse, die dabei überwunden werden mussten, informiert die Ausstellung „Hundert Jahre warten", die in den Räumen der Historischen Bibliothek St. Anna gezeigt wird. Wertvolle Archivdokumente und historische Bücher bringen den Besuchern das Denken und Handeln der Menschen im 17. und 18. Jahrhundert nahe. Kostbare sakrale Geräte und Messgewänder geben Zeugnis von Glaubensleben und Frömmigkeit in dieser Zeit. Auch hinter unscheinbaren Exponaten steckt so mancher neue, bisher unbekannte Aspekt, der auch Kenner mecklenburgischer Geschichte überraschen wird.

Die Ausstellung wurde bereits im vergangenen Jahr in der Historischen Bibliothek St. Anna, Klosterstraße 15, eröffnet. Nach pandemiebedingter Schließung ist sie jetzt wieder bis Ende November jeweils am Donnerstag von 15 bis 18 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei. Sonderführungen sind nach Anmeldung auch zu anderen Zeiten möglich. Kontakt per E-Mail: info@hti-schwerin.de oder per Telefon unter 0385-489700

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