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Hansetag in Rostock

Im Miteinander das Trennende überwinden

Die Frage, wie man „grenzenlos glücklich" leben könne – in einer Zeit, in der Nationalismus und Abgrenzung zunehmen – stand im Mittelpunkt des Ökumenischen Gottesdienstes, der heute (24. Juni 2018) anlässlich des 38. Internationalen Hansestages in der Rostocker St. Marien-Kirche gefeiert wurde. In ihrer gemeinsamen Predigt plädierten der Schweriner Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn und der Hamburger Erzbischof Dr. Stefan Heße dafür, dass die Länder, die sich auf die Tradition der Hanse besinnen, diese als einen Raum gestalten, in dem gemeinsame Werte und Überzeugungen gesellschaftliches Handeln bestimmen.

Das Miteinander ist entscheidend

Bischof v. Maltzahn skizzierte die aktuelle Zeit, in der die Sorgen um das gemeinsame Haus Europa wachsen und eine neue Runde des Wettrüstens eingeläutet scheint. Vor diesem Hintergrund erinnerte er an die Vision Gottes: Recht soll gelten zwischen Völkern und Nationen und Schwerter werden zu Pflugscharen umgeschmiedet. Der Bischof warnte vor gnadenloser Selbst-Durchsetzung und kritisierte die „erbärmlichen Haltung ‚Unser Land zuerst!'". „Nein, Gott hat uns als Schwestern und Brüder geschaffen – welcher Nation wir auch angehören", sagte er und rief dazu auf, im Miteinander einzelner Menschen wie im Miteinander von Völkern etwas für alle Beteiligten zu bewegen. Die ehemalige Hanse habe dies einst „zumindest in Ansätzen verwirklicht". Leidenschaftlich appellierte der Bischof: „Lieben wir unsere jeweilige Heimat – und überwinden wir zugleich die falschen Grenzen nationalistischer Ideologien! Nur in Verbundenheit werden wir die Herausforderungen von Klimawandel, Armut und Extremismus bewältigen."

Das Trennende, die Wand der Feindschaft niederreißen

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße betonte, unsere Wirklichkeit hier sei vom Frieden und Wohlstand vieler geprägt. Hinter den Grenzen seien aber Unfrieden, Verfolgung und Trauer Realität. Jesus ermutige die Menschen Grenzen zu überwinden und das Trennende, die Wand der Feindschaft, niederzureißen. „Dann können wir dieses grenzenlose Glück in unserem Alltag leben, über alle Grenzen hinweg: Über die Konfessionsgrenzen hinweg. Über Sprachgrenzen hinweg. Über Länder- und Währungsgrenzen hinweg. Über Altersgrenzen hinweg. Über Kulturgrenzen hinweg, ja sogar über Glaubensgrenzen hinweg."

Fotos: D. Vogel / kirche-mv.de