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Glaube in der Diaspora

Die volle Kraft des Christlichen

Erzbischof Stefan Heße blickt im Interview mit Radio Vatikan auf eine entchristlichte Mehrheit in der Großstadt Hamburg und in Mecklenburg und Schlewsig-Holstein, die sein Bistum bilden. Oft heißt es in den Debatten um die Zukunft der Kirche, dass was im Norden Europas begonnen habe mittelfristig die Zukunft aller deutschsprachigen Bistümer sei. Gegen den Ausdruck Avantgarde-Bistum wehrt sich Stefan Heße, eine Nasenläge voraus könnte man allerdings schon sein. „Ich habe den Eindruck, dass jetzt in Hamburg schon etwas ist, was in anderen Diözesen so oder so ähnlich noch kommt".

Eine Nasenlänge voraus

Immer wieder geht er im Gespräch auf seine Prägung in Köln ein, also einem klassischen und großen und wohlhabenden Bistum, zuletzt war er dort Generalvikar. Was man jetzt im Norden „wie im Brennglas" sehen könne, das werde es so oder so ähnlich auch woanders, etwa in Köln oder auch in Bayern, kommen sehen.

„Ich erlebe eine Stadt und einen Landstrich, in dem Gott nicht die erste wenn überhaupt eine Rolle spielt", fasst er den säkularen Norden zusammen. Der Auftrag der Kirche sei nun, den Menschen nun Gott nicht „einzureden", sondern den zuzulassen, der in diesen säkularen Menschen da sei, „das ist schon eine besondere Herausforderung". Wieder der Rückgriff auf die Heimat: Im Rheinland werde vieles noch voraus gesetzt, aber es bröckele oder sei schon hohl und Fassade. Im Norden sei der vielzitierte Satz, die Volkskirche gehe zu Ende, schon Wirklichkeit, da gelte es, ehrlicher zu sein. „Ich glaube, dass wir uns als Kirche noch viel vormachen. Refrainartig und Stereotyp sagen wir zwar oft, dass die Volkskirche vorbei ist, aber was das bedeutet, wenn Volkskirche vorbei ist, da machen wir uns noch viele Illusionen und wünschen eigentlich, es wäre doch noch irgendwie eine Volkskirche." In Hamburg sei man schon näher dran an dieser Ehrlichkeit und das scheine ihm eine große Chance zu sein.

Man arbeitet sich nicht mehr an der Kirche ab

Ein Teil der Chance: die überwiegende Mehrheit, also die Nichtchristen, seien keine beinharten Atheisten, man arbeite sich nicht mehr an der Kirche ab. Er selber erlebe bei seinen Besuchen „eine Portion Neugierde, eine Portion Offenheit." Er erlebe eine Aufgeschlossenheit, die gestrigen Kirchenbilder von wegen ‚das ist ja zum katholisch werden' seien weitgehend weg. „Dieses Interesse müssen wir nutzen."

→ jetzt das gesamte Interview bei Radio Vatikan lesen