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Geschichte

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Das Erzbistum Hamburg ist das jüngste, flächenmäßig größte und von der Katholikenzahl her das fünftkleinste deutsche Bistum. Seine Errichtung, die am 7. Januar 1995 feierlich vollzogen wurde, hängt eng mit der deutschen Einigung und der damit verbundenen kirchlichen Neuordnung im Bereich der früheren DDR zusammen.

Zum Erzbistum Hamburg gehören die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein sowie der Landesteil Mecklenburg des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern.

Erzbischof Dr. Werner Thissen leitete seit dem 25. Januar 2003 das Erzbistum. Sein Amtsvorgänger, Erzbischof Dr. Ludwig Averkamp, hatte am 16. Februar 2002 aus Anlass seines 75. Geburtstages auf sein Amt verzichtet.

Den Erzbischof unterstützen die Weihbischöfe Norbert Werbs und Hans-Jochen Jaschke. Der Generalvikar Ansgar Thim war persönlich Bevollmächtigter des Erzbischofs im Bereich der Verwaltung des Erzbistums. Am 21. März 2014 nahm Papst Franziskus den Rücktritt von Erzbischof Werner Thissen an.

Im Januar 2015 wurde Dr. Stefan Heße zum Erzbischof von Hamburg ernannt und am 15. März 2015 als Bischof geweiht und in sein Amt als Erzbischof von Hamburg eingeführt. Erzbischof Stefan Heße hat Domkapitular Ansgar Thim zu seinem Generalvikar ernannt.

Am 20. Mai 2015 hat Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch von Weihbischof Norbert Werbs angenommen.

Hauptkirche des Erzbistums ist der St. Marien-Dom im Hamburger Stadtteil St. Georg (Am Mariendom 1).

Vom Missionsgebiet zum Erzbistum

  • 700 - Erster ­ erfolgloser ­Missionsversuch auf dem heutigen Gebiet Schleswig-Holsteins
  • Erfolge zeigen sich erst im 9. Jahrhundert, nachdem Karl der Große das nordelbische Gebiet bis zur Eider dem Frankenreich eingegliedert hat
  • 810 - Taufkirchen werden in Hamburg, Meldorf, Heiligenstedten und Schenefeld gegründet
  • 834 - der Benediktinermönch Ansgar wird zum ersten Bischof des neuerrichteten Bistums Hamburg geweiht.
  • 845 - die Wikinger zerstören Hamburg. Ansgar muss fliehen.
  • 848 - wird das Erzbistum Hamburg-Bremen gegründet und 893 von Papst Formosus bestätigt. Sitz des Erzbistums wird Bremen. Mit Unterbrechungen besteht in Hamburg bis zur Reformation ein mit Sonderrechten ausgestattetes Domkapitel, das unter anderem den Bau des Mariendoms betreibt.
  • 948 - die dänischen Bistümer Schleswig, Ripen und Aarhus werden dem Erzbistum Hamburg unterstellt
  • 968 - das Bistum Oldenburg in Holstein wird gegründet (1160 nach Lübeck verlegt)
  • 968 - erste Missionsversuche in Mecklenburg vom Bistum Oldenburg in Holstein aus
  • 1062 - das Bistum Mecklenburg wird gegründet (1160 nach Schwerin verlegt)
  • 1154 - das Bistum Ratzeburg entsteht
  • 1529 - in der Reformation erlöschen die katholischen Bistümer in Skandinavien und Norddeutschland. Ende des 16. Jahrhunderts ist die päpstliche Nuntiatur in Köln für Norddeutschland zuständig
  • 1670 - die Regionen Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg werden dem "Apostolischen Vikariat der Nordischen Missionen" zugeordnet, zu dem ganz Nordeuropa gehört
  • 1868 - Alt-Hamburg, Teile des heutigen Schleswig-Holsteins und Mecklenburg gehören zum "Apostolischen Vikariat der norddeutschen Missionen". Die bis 1937 preußischen Gebiete Hamburgs zählen zu der 1868 errichteten "Apostolischen Präfektur Schleswig-Holstein"
  • 1930 - aufgrund des Preußischen Konkordates von 1929 werden Hamburg (ohne Harburg und Wilhelmsburg), Schleswig-Holstein und Mecklenburg dem Bistum Osnabrück eingegliedert. Bereits damals war die Gründung eines eigenen Bistums im Gespräch. Dieser Wunsch bleibt auch in der Nachkriegszeit aktuell. Konkrete Schritte werden aber zurückgestellt, weil der Vatikan eine damit verbundene staatsrechtliche Anerkennung der DDR vermeiden will.
  • 1990 - durch die deutsche Einigung stellt sich für die katholische Kirche in Deutschland die Frage nach dem "Status der Jurisdiktions-Bezirke der ehemaligen Berliner Bischofskonferenz" in der früheren DDR
  • 1991 - die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) vom 18. bis 21. Februar in Bensberg setzt eine Bischofskommission ein, die einen Vorschlag zum Status und zu den Grenzen dieser Jurisdiktionsbezirke erarbeiten soll. Zu dieser Kommission gehören unter anderem der Osnabrücker Bischof Ludwig Averkamp und der damalige Apostolische Administrator in Schwerin, Bischof Theodor Hubrich. Die erste Sitzung der Kommission findet am 22. April in Würzburg statt.
  • 1992 - auf der Frühjahrsvollversammlung der DBK in Freising (9. bis 12. März) legt die Kommission einen Schlussbericht vor. Die Kommission empfiehlt darin die Errichtung der neuen Diözese Magdeburg, Erfurt-Meinigen und Görlitz. Zugleich empfiehlt sie die Errichtung einer Kirchenprovinz (Erzbistum) Berlin. Mecklenburg soll beim Bistum Osnabrück bleiben. Im Mai antwortet der Vatikan auf den Schlussbericht mit der Anfrage, ob Mecklenburg an ein noch zu errichtendes Bistum mit Sitz in Hamburg angegliedert werden kann. Die Herbstvollversammlung der DBK in Fulda (21. bis 24. September) empfiehlt dem Vatikan die Errichtung eines Bistums im Norden Deutschlands, zu dem die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein sowie der Landesteil Mecklenburg des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern gehören sollen. Bischofssitz soll Hamburg sein.
  • 1993 - aufgrund einer Vorlage des Ständigen Rates der DBK im April beschließt der Vatikan, neben Berlin eine weitere Kirchenprovinz mit Metropolitansitz in Hamburg zu errichten. Von August bis November finden drei Gespräche über die Errichtung des Erzbistums Hamburg auf Referentenebene statt.
  • 1994 - am 15. Februar beginnen in Hamburg die offiziellen Verhandlungen zwischen dem Heiligen Stuhl und den Ländern Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Bereits bei diesem ersten Treffen einigen sich die Verhandlungspartner "in jeder Beziehung" über den Inhalt des Errichtungsvertrages. Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern stimmt dem Vertrag am 3. Mai zu. Der Hamburger Senat und die schleswig-holsteinische Landesregierung geben am 28. Juni bzw. 9. August ihre Zustimmung. Die Landtage vom Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein billigen den Vertrag am 29. Juni und am 14. Oktober. Die Hamburgische Bürgerschaft brauchte dem Vertrag nicht zustimmen. Am 4. November werden in der Apostolischen Nuntiatur in Bonn die Ratifikationsurkunden des Errichtungsvertrages zwischen dem Heiligen Stuhl und den beteiligten Bundesländern ausgetauscht. Der Vertrag tritt dadurch in Kraft. Zugleich wird die Ernennung des Osnabrücker Bischofs Ludwig Averkamp zum Erzbischof vom Hamburg bekannt gegeben.
  • 1995 - am 7. Januar wird die Errichtung des Erzbistums Hamburg und die Amtseinführung von Erzbischof Ludwig Averkamp in einem feierlichen Gottesdienst in der Hamburger Domkirche St. Marien vollzogen.
  • 2002 - am 22. November wird Dr. Werner Thissen Erzbischof von Hamburg
  • 2014 - am 21. März endet die Amtszeit von Dr. Werner Thissen. Papst Franziskus nimmt den Rücktritt an.
  • 2015 - Dr. Stefan Heße wird zum Erzbischof von Hamburg ernannt. Am 14. März wird er in Hamburg zum Bischof geweiht und in sein Amt eingeführt.