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Gemeinsam erinnern & trösten

Zentrale Gedenkgottesdienste für Pandemie-Opfer

Gemeinsam erinnern – trösten – hoffen: Dafür bot der zentrale Gedenkgottesdienst im Land Mecklenburg-Vorpommern am 12. März im Schweriner Dom Raum. Eingeladen hatten ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie die Nordkirche und die katholischen Erzbistümer Hamburg und Berlin sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK MV). Damit möglichst viele im Land und darüber hinaus mit feiern konnten, wurde er live auf YouTube übertragen. Er ist abrufbar auf dem YouTube-Kanal der Nordkirche oder über www.erzbistum-hamburg.de.

Den Gottesdienst hielten gemeinsam Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Bischof Tilman Jeremias (Sprengel Mecklenburg und Pommern), der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch und der Hamburger Erzbischof Dr. Stefan Heße. Manuela Schwesig, die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, entzündete eine Kerze der Hoffnung und sprach ein persönliches Wort.

Über eine Geschichte aus dem Matthäusevangelium predigten Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch: Jesus geht auf dem Wasser zu seinen Jüngern, deren Boot im nächtlichen Sturm zu kentern droht. Der Berliner Erzbischof griff die Erfahrung der Freunde Jesu auf, „die hilflos und ohnmächtig dem Unwetter auf dem See ausgesetzt waren: Nicht mehr weiter wissen, ratlos sein, ist auch die Erfahrung vieler Menschen heute in der Corona-Pandemie. Die Botschaft des Evangeliums aber lautet: Gott lässt uns in dieser Ratlosigkeit nicht allein. In unserem ‚nicht mehr weiterwissen' bleibt Gott an unserer Seite. In Christus teilt Gott die Dunkelheiten unseres Lebens mit uns. Er hält mit uns aus. Er löst die Ohnmacht und die Dunkelheit nicht auf, aber er lässt uns nicht allein."

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt sagte in ihrem Predigtteil: „Der Glaube hat keine Patentrezepte bereit, was wir genau tun müssen, um unseren Lebensalltag zu gestalten oder um in einer Pandemie zu bestehen. Aber der Glaube hilft, angesichts des Unerklärlichen, auch und gerade angesichts von Leid und Trauer mit all dem zu leben, ohne sich damit abzufinden. Denn er verbindet sich mit der Hoffnung, dass Gott uns mit Leben überrascht. Immer wieder. Auch dort, wo wir es uns nicht vorstellen können." Sie fuhr fort: „Der Glaube hilft, auf die Liebe zu setzen. Auf Barmherzigkeit und Mitmenschlichkeit. Der Glaube hilft, das Leben nicht preis- und unser Miteinander nicht aufzugeben."

Kerzen als Zeichen der Hoffnung für besonders belastete gesellschaftliche Gruppen entzündeten die Stralsunder Heimleiterin Schwester Christine Wawrsich, Coco Plümer, Schauspielerin am Parchimer Theater und Henrike Regenstein als Vertreterin der diakonischen Einrichtungen im Land. Bischof Tilman Jeremias sagte: „Wir entzünden jetzt Kerzen für belastete Menschen unter uns. Wir tun dies, um zu zeigen: Wir sehen eure Not. Wir tun dies aber auch als Gebetsruf zu Gott, der die Finsternis in uns und um uns vertreiben möchte durch das Licht seiner liebenden Gegenwart. Der Kerzenschein durchbricht das Dunkel. Trost und Ermutigung erhellen und erwärmen unsere Herzen."

Am Ende des Gottesdienstes beteten die Beteiligten auch für die Menschen, die an und mit COVID-19 verstorben sind, und deren Angehörige. Henrike Regenstein sagte: „Wir beten für alle, die einen geliebten Menschen verloren haben. Heile ihren Schmerz. Schenk ihnen Wärme und Licht, Hoffnung und Kraft. Hilf ihnen, am Sinn ihres Lebens festzuhalten, ihn mit deiner Hilfe neu zu entdecken."
Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von Domkantor Professor Jan Ernst.

Gottesdienste in den Sprengeln Schleswig und Holstein und in Hamburg:

Am 13. März um 17 Uhr wurde ein Gedenkgottesdienst in der Offenen Kirche St. Nikolai zu Kiel mit Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Bischof Gothart Magaard und Erzbischof Dr. Stefan Heße gefeiert.
Neben den Genannten haben Helge Frey (ACK-SH) sowie einzelne Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen beruflichen und gesellschaftlichen Gruppierungen den Gottesdienst mitgestaltet. Ministerpräsident Daniel Günther beteiligten sich auf digitalem Weg an der Gedenkfeier.

Eine interreligiöse Gedenkfeier mit Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, wurde am 14. März um 16.30 Uhr in der Fritz-Schuhmacher-Halle in Hamburg-Ohlsdorf gefeiert.

Mit christlichen Fürbitten, jüdischen und muslimischen Totengebeten sowie einer buddhistischen Meditation trauerten die Mitwirkenden gemeinsam und legten weiße Blumen nieder. Carola Veit, Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, und Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister, sprachen stellvertretend für die Politik der Freien und Hansestadt Hamburg.
Weitere Mitwirkende waren Landesrabbiner Shlomo Bistritzky (Jüdische Gemeinde Hamburg), Monsignore Peter Mies (Erzbistum Hamburg), Pastor Uwe Onnen (ACKH-Vorsitzender), Özlem Nas (Schura Hamburg – Rat der Islamischen Gemeinschaften) und Nils Clausen (Vorsitzender der Deutschen Buddhistischen Union).

Auch diese Gottesdienste sind auf dem YouTube-Kanal der Nordkirche  abrufbar.

Fotos: Antje Wendt / Marcelo Hernandez / Rainer Cordes



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