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Frauen eine Stimme geben
Bildquelle: Erzbistum Hamburg

Frauenforum im Erzbistum Hamburg

Seit Dezember 2019 gibt es ein Frauenforum im Erzbistum. Etwa 40 Frauen sammeln und vertreten die Anliegen katholischer Frauen im Norden. Wie das geht, sagen die fünf Sprecherinnen, die im Oktober erstmals gewählt wurden.

Es ist ein Kreis von derzeit etwa 40 Frauen aus verschiedenen Bereichen der Kirche im Norden. Sie kommen aus Verbänden, aus Bistumsgremien, aus der Bildungsszene, sie vertreten Berufsgruppen wie Gemeinde- und Pastoralreferentinnen, Vereine und Initiativen. Das Forum ist – wie der Name sagt – offen. Interessierte Frauen können dabei noch mitmachen.

Das einzige Problem zur Zeit: Wegen der Coronakrise sind die regelmäßigen Treffen nur per Videokonferenz möglich. Auch dieser Bericht ist in einer Videokonferenz entstanden – mit den sechs Sprecherinnen des Forums, die am 27. Oktober 2020 gewählt wurden: Joana Düvel, Dr. Veronika Schlör, Eva-Maria Schmitz, Barbara Viehoff und Sabine Gautier, Referentin des Themenbereichs „Geschlechter.Beziehungen.Familien.Lebenswege".

„Wir haben angefangen, als der Erzbischof Frauen aus dem Bistum zusammengerufen hat. Als Mitglied im Frauenforum des Synodalen Wegs wollte er die Stimmen von Frauen hören und es sollten verschiedene Gruppen vertreten sein", berichtet Veronika Schlör, Theologin in der Katholischen Akademie Hamburg. „Wir bieten an, mit unserer Kompetenz und Erfahrung den Bischof zu unterstützen. Wir wollen aber auch unsere Anliegen stärken, in die Öffentlichkeit gehen und auf die Leitungsebene einwirken. Ziel ist mehr Geschlechtergerechtigkeit."

Welche Themen konkret besprochen werden, welche Untergruppen sich möglicherweise bilden, soll beim nächsten Treffen am 22. Februar besprochen werden. Dann sollen alle Teilnehmerinnen ihre Erfahrungen austauschen. Ein Thema steht fast notwendig im Raum: die Weihe für Frauen. Veronika Schlör: „Ein Fernziel ist für mich, dass die Ämterfrage in der Kirche offen ist und am Ende positiv beschieden wird." Von Null fängt auch dieser neu gebildete Kreis nicht an. Eva-Maria Schmitz (Maria 2.0): „Wir haben verschiedene Verbände und Initiativen im Bistum. Deren Stellungnahmen wollen wir erst einmal einsammeln und betrachten."

Viele Forderungen nach Gleichstellung in der Kirche sind bereits vor Jahrzehnten ausgesprochen und „nicht eingelöst", wie Barbara Viehoff (Schulabteilung) darlegt. „Wir können den Forderungen, die schon seit langem und vielfältig artikuliert worden sind, noch einmal Nachdruck verleihen – auch im Blick auf das Bistum. Auch im Bistum war das nicht immer im Blick – etwa in der paritätischen Besetzung von Leitungsstellen. Die Abteilungsleitungen strotzen nicht gerade von Frauen."

Das Forum ist offen für weitere Teilnehmerinnen

Dass weder das Forum noch seine Sprecherinnen sämtliche Frauen im Bistum vertreten können, ist dem Kreis bewusst. Es gebe auch Frauen, die alles so haben wollen, wie es immer war. Das Forum versteht sich aber als Sprachrohr derer, die für Veränderungen eintreten. Und das nicht erst seit gestern. „Ich wundere mich immer wieder darüber, wie hartnäckig wir Frauen sind und welchen langen Atem wir haben, wo doch vieles so lange schon auf dem Tisch liegt", sagt Veronika Schlör. „Und dass jede Generation von neuem einsteigt", ergänzt Joana Düvel (Diözesanvorsitzende des des Jugenddachverbands BDKJ).

Und sie macht deutlich, dass sie sich nicht durch Rückschläge entmutigen lassen will: „Wenn wir nicht fordern, werden wir nie etwas bekommen. Und wenn wir verschwinden, überlassen wir die Kirche der Welt der Männer. Das werden wir nie hinnehmen."

Das nächste Treffen des Frauenforums findet online am 22. Februar um 19.30 Uhr statt. Interessierte Frauen können sich bei der geschäftsführenden Referentin Sabine Gautier melden, E-Mail: gautier@erzbistumhamburg.de

Text: A. Hüser / Neue Kirchenzeitung