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Frage an TeilnehmerInnen

Wieder innere Strahlkraft bekommen

Frage an Auftakt-Teilnehmer: Wie sehen Sie unsere Kirche im Jahr 2030?

Nicola Hoffmann, Gemeindereferentin in Heilig-Kreuz Hamburg-Neugraben:
„Ich stelle mir das in 14 Jahren wesentlich bunter vor, nicht mehr so zentralisiert. Der einzelne Kirchenstandort wird nicht mehr so die Bedeutung haben. Vielmehr wird wichtig sein, dass die Hauptamtlichen bei den Menschen sind, die sie brauchen – sei es, dass es Schüler, Senioren oder Flüchtlinge sind. Dass wieder klar wird: die Kirche ist bei den Menschen. Ich glaube, das ist das einzige, was überhaupt dazu führen kann, dass Kirche wieder eine innere Strahlkraft bekommt. Und ich denke, es entwickelt sich sachte in die Richtung".

Bernhard Witte, Leiter der Familienbildungsstätte Lübeck:
„Wenn wir mehr für die Familien tun, dann bekommen wir wieder Leben in die Kirche. Ich glaube, dass Gemeinden sich verändern werden, dass wir auf größeren Ebenen gucken müssen, um Glauben leben zu können. Vielleicht auch eher in kleinen Gemeinschaften. Aber es kann nur funktionieren, wenn wir familienstärkend an die Sache heran gehen, familienbegleitend, familienunterstützend, sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Beziehungen."

Stefanie Müller, Pfarrei Herz Jesu Rostock:
„Gerade mit Blick auf die Region Mecklenburg habe ich manchmal das Gefühl, es wird immer weniger und wo wenig ist, wird gesagt, dann ziehen wir uns da ganz zurück. Ich befürchte, dass man sich immer weiter zurückziehen wird. Wenn ich an das Bild vom blühenden Baum denke, fürchte ich, dass er eingeht und verdorrt. Ich hoffe aber, dass dieser Baum aufblüht und dass er nicht vergessen wird. Dass die Regionen belebt werden und dass Schulen, Kindergärten gebaut werden und in die Zukunft investiert wird."

Pastor Hans Janßen, St. Vicelin Bad Oldesloe:
„Ich verbinde damit die Hoffnung, dass unsere Gemeindeglieder auskunftsfähig sind im Glauben, dass sie sagen können, warum sie gerne Christ sind und dass sie im Glauben gestärkt werden in ihrem Dienst, den sie in der Kirche tun."

Claudia Kolf van Melis, Referat Religionspädagogik in Kindertageseinrichtungen, Hamburg.
„Die Kitas sind für mich sehr hoffnungsfrohe und sehr lebendige Orte. Kitas sind die Orte, wo die Eltern mit das Wichtigste ihres Lebens hingeben und deshalb haben sie aus sich heraus einen so starken Wert. Ich finde es wichtig für die Kitas, in den nächsten Jahren dieses Profil weiter zu schärfen, die Kitas als Glaubensorte zu stärken. Dabei auch alle Menschen umfassend, die dort hinkommen."

Stefan Becker, Gemeindereferent Pfarrei Franz von Assisi in Kiel:
„Ich habe für 2030 die Hoffnung, dass wir eine lebendigere Gemeinschaft werden, dass sich in unseren Gemeinden mehr Menschen ihrer Sendung bewusst werden und sich dadurch auch anders einbringen und darauf gucken, wie sie ihren Glauben leben wollen. Das ist für mich ein große Hoffnung, dass wir weniger über Gebäude und Strukturen nachdenken, sondern mehr darüber, wie wir unseren Glauben leben wollen."

(Quelle: Neue KirchenZeitung Hamburg – 20. November 2016 Nr. 47)