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Familienwallfahrt in Teterow
Bildquelle: Erzbistum Hamburg / Astrid Bartels

Mit Mut in die Zukunft

„Euer Herz lasse sich nicht verwirren", hieß das Motto des Tages. 300 Gläubige fanden den Weg zum Gelände des Bischof-Theissing-Hauses. Am weitesten gereist war der emeritierte Erzbischof Werner Thissen aus Hamburg. Er feierte zum Beginn den Gottesdienst mit Priestern und Diakonen aus den beteiligten Gemeinden Güstrow, Bützow, Teterow, Matgendorf. Der Alterzbischof sprach den Katholiken Mut und Zuversicht zu, in der Zeit der kirchlichen Neustrukturierung nicht zu resignieren, sondern jeder könne sich auf unterschiedlichste Weise einbringen. Durch praktisches Tun: auch dann, wenn es keine weltbewegenden, sondern eher kleinere Aufgaben sind, die übernommen werden. Durch geistliches Tun, wozu keine große Organisation nötig ist. Beten geht überall und immer. Und schließlich: durch gemeinsames Tun, in der Feier der Sakramente, in einem menschlichen und gastfreundlichen Klima, nach dem Gebot der Nächstenliebe, „Geht so, wie jeder kann!", appellierte Erzbischof Werner an die Wallfahrer. „Wir vertrauen auf Gottes Heiligen Geist, dass er uns inspiriert und erfüllt." Und wenn der Kreis der Angesprochenen auch kleiner wird, so gelte immer noch das oft zitierte Wort von Bischof Heinrich Theissing: „Ihr und der Heilige Geist seid immer die Mehrheit." 

Was man mit kleinen Mitteln tun kann, bewies eine kleine Gruppe Jugendlicher um den KJM-Ratsvorsitzenden Jakob Gaberle. „Als wir hörten, dass es keinen Kuchenstand auf der Wallfahrt geben solle, haben wir eine spontane 72-Stunden-Aktion gestartet." So heißt die Jugendaktion, die in den Tagen vorher katholische Jugendliche aus ganz Deutschland bewegt hat. Unter dem Namen „Katholische Bäckerjugend Teterow" griffen die Teterower zu Mehl, Milch, Eiern und Butter und warfen den Backofen an. „Bis spät in die Nacht haben wir gebacken", und pünktlich zur Wallfahrt standen Apfel, Schoko-Mandel, Schoko-Kirsch und fünf weitere Kuchen auf dem Büfett.

In der Wallfahrtsstunde stellte Pfarrer Tobias Sellenschlo (Güstrow) die Grundausrichtung des Erzbistums vor, wie sie im „Pastoralen Orientierungsrahmen" festgelegt ist. Kirche in Beziehung sein, das lässt sich auch im Umkreis der Mecklenburger Schweiz erleben. Verschiedene Initiativen stellten sich vor, in denen engagierte Katholikinnen und Katholiken schon heute aufbrechend, vernetzend und weltkirchlich engagiert sind. Raphaela Rolfs etwa stellte die Arbeit der Kinder- und Jugendbegegnungsstätte Neu Sammit vor. Mit viel ehrenamtlichem Einsatz bietet dieses Haus und das angeschlossene Jugendschloss vielen Kindern und Jugendlichen eine Herberge mit Natur und Freiräumen, wie es anderswo selten zu finden ist. Pastor Peter Amowe aus Güstrow berichtete, wie er Weltkirche erlebt. Nämlich aus einer ganz anderen Perspektive. Denn Pastor Amowe kommt aus Nigeria, für ihn ist Mecklenburg ein „Missionsort" fern der Heimat und mit ganz neuen Eindrücken. Eine Kirche, die die Beziehung zu vielen Menschen sucht, wird besonders in den Besuchsdiensten erfahren. Auch in der Zukunft sind Katholiken gefragt, die andere Menschen ansprechen, Kontakt halten, besonders zu Älteren und Kranken. Die Besuchsdienste wurden als wichtiger Schwerpunkt für den zukünftigen Raum gewürdigt, verbunden mit der Bitte an alle Wallfahrer, gut aufeinander zu achten und sich gegenseitig auf Menschen aufmerksam zu machen, die gerne besucht werden möchten.

(Text: Astrid Bartels/ Neue KirchenZeitung)