Startseite
Startseite-> Evermod Isfried Ludolf - Ratzeburger Bischöfe
Evermod Isfried Ludolf

Ratzeburger Bischöfe

Ratzeburg war früher eine Bischofsstadt: Im Jahr 1060 errichtete Erzbischof Adalbert von Bremen das Bistum Ratzeburg. Doch schon nach sechs Jahren ging es in den Wirren eines Abodriten-Aufstands (siehe Hl. Answer) vorerst unter.

Knapp 100 Jahre später unternahm Heinrich der Löwe einen zweiten, nun erfolgreichen Anlauf: 1154 errichtete er das Bistum Ratzeburg neu. Es umfasste den Westen Mecklenburgs und das Herzogtum Lauenburg und bestand bis zur Reformation. Der ab 1170 im romanischen Stil erbaute Ratzeburger Dom (Foto) kündet noch heute von dieser Blütezeit.

Drei der Ratzeburger Bischöfe – alle drei waren Prämonstratenser – wurden später heiliggesprochen:

Evermod, der erste Ratzeburger Bischof, wurde um 1100 in Belgien geboren. Er engagierte sich sehr in der Ostkolonisation, weshalb er auch „Apostel der Wenden" genannt wird. Er starb 1178 und ist im Ratzeburger Dom begraben.

Zu seinem Nachfolger wurde 1180 Isfried, der Beichtvater Heinrichs des Löwen, bestimmt (* um 1115, † 1204). Unter seiner kundigen Leitung – er hatte zuvor als Propst den Bau des Klosters Jerichow vorangetrieben – wurde der Bau des Ratzeburger Doms fortgesetzt.

Ludolf kam spätestens 1230/31 als Diakon nach Ratzeburg, 1236 wurde er zum Bischof gewählt. In seine Amtszeit fielen Streitigkeiten mit dem Herzog Albrecht von Sachsen, der bischöfliche Ländereien für sich beanspruchte. Ludolf wiedersetzte sich diesen Forderungen energisch, musste aber 1247/48 fliehen und starb 1250 in Wismar.