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Eröffnung Ansgarwoche

Erzbischof über Schulschließungen und Zukunft

Erzbischof Stefan Heße hat am Sonntag, 28. Januar, die Sankt-Ansgar-Woche in Hamburg eröffnet. Im Gottesdienst zum Auftakt der Woche im Hamburger St. Marien-Dom sprach der Erzbischof auch die Schulschließungen in Hamburg an. Wörtlich sagte er:

Liebe Schwestern und Brüder,

jedes Jahr feiern wir Ansgar. Jedes Jahr eröffnen wir die Ansgar Woche wie heute. Und dennoch ist in diesem Jahr vieles in unserem Bistum anders. Ich sehe eine Reihe von Jungen und Mädchen, Eltern und Lehrer aus unseren 21 katholischen Schulen, die heute Morgen ganz bewusst hier zu diesem Gottesdienst gekommen sind. Und ich bin dankbar, dass sie gekommen sind. Ich weiß um viele Verletzungen, ich weiß um viele Enttäuschungen, ich weiß auch um viel Wut und ich weiß um viele Tränen, die in den letzten Tagen geflossen sind. Und glauben Sie mir, auch mir tut das weh, auch mir geht das ins Herz.

Wir tragen mit uns eine schwere Last, die aus der Vergangenheit zu uns herüber gekommen ist und um die wir jetzt mehr als vor einiger Zeit noch wissen.

Da gibt es Versäumnisse, da gibt es Fehler. Die müssen wir jetzt mutig anpacken, und meine große Hoffnung ist, dass wir in dieser schwierigen Situation, und da redet ja keiner von uns drum herum, dass wir miteinander einen Weg nach vorne in die Zukunft finden. Wir müssen das Ganze in den Griff bekommen. Wir müssen mutig handeln. Nichtstun geht nicht. Aber das, was wir tun, muss klar sein, und es muss auch in die Zukunft führen.

Ich hoffe, und ich bete darum, dass uns das gelingt, und ich bin dankbar für die vielen, die mir in den letzten Tagen immer wieder gesagt haben, wie sie an unser ganzes Bistum im Gebet denken. Wenn wir jetzt die Messe feiern, dann wollen wir all das, was uns bewegt, nicht herunterdrücken. Sondern die Messe ist ja der Ort, wo unsere Empfindungen, wo wir selber Platz und Raum haben.

Wir feiern die Messe unter diesem großen, alten Kreuz hier im Mariendom, und dieses Kreuz steht für alles Schwere in unserem Leben. Aber wir feiern in jeder Eucharistie auch die Auferstehung. Und so hoffe ich, dass das Leben, das Christus uns schenkt, in unserem Bistum zu Lebendigkeit führt. Lassen wir uns heute Morgen vom gekreuzigten und vom auferstandenen Christus rufen, ansprechen und auch wieder senden. Halten wir jetzt einen Augenblick Stille, wo jede und jeder das, was uns bewegt, in der Stille Gott anvertraut.