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Erneuerungsprozess

Auftaktveranstaltung im St. Marien-Dom

Mit einer großen Auftaktveranstaltung in Hamburg hat ein langfristiger Erneuerungprozess im Erzbistum Hamburg begonnen. Der Prozess steht unter dem Leitwort „Herr, erneuere Deine Kirche – und fange bei mir an!"

In den nächsten Jahren soll ein Zukunftsprogramm für das Bistum entwickelt werden. Hintergrund ist das gewandelte Umfeld und schwindende Ressourcen: Es fehlt nicht nur Personal. Die Zahl der Kirchenmitglieder wird langfristig sinken, das bedeutet auch: drastisch sinkende Kirchensteuer-Einnahmen. „Bis 2020 müssen die jährlichen Einsparungen 20 Millionen Euro betragen. Nur so können wir unsere Verpflichtungen einhalten, und nur so bleibt noch Luft für Neues", sagte Erzbischof Stefan Heße vor 750 Menschen, vor allem kirchliche Mitarbeiter und Mitglieder von Bistums- und Gemeindegremien. Sie alle hatten sich am Samstag im Hamburger St. Mariendom versammelt. „Schon wieder etwas Neues? Wieder ein Prozess? Nein. Wir wollen weitermachen. Wir gehen den nächsten Schritt", betonte der Erzbischof. „Heute vertiefen wir den schon begonnenen Prozess der Pastoralen Räume und gehen ihn weiter."

Der Gesamtprozess ist in acht Einzelprojekte aufgeteilt: „Missionarische Kirche", Pfarreien, Kindertagesstätten, Schule, Caritas, Finanzen, Kommunikation und Generalvikariat (Bistumsverwaltung). Für jeden Bereich soll ein zukunftsfähiges Konzept entwickelt werden – immer mit dem Ziel: Es muss viel Geld gespart werden. „Was machen wir, wenn wir nur noch die Hälfte unserer Ressourcen zur Verfügung haben?" Mit dieser Frage wurde eine Reihe von Arbeitsgruppen konfrontiert. Innerhalb von einer Stunde sollten sie Ideen sammeln, die besten Ideen auswählen und präsentieren. „Seien sie radikal! Seien Sie kreativ!" So ermunterte die Moderatorin Bärbel Boy die Riesenversammlung. Riesig waren dann auch die Arbeitsgruppen, in denen teilweise 150 Teilnehmer zusammenfanden.

Zum Beispiel beim Thema „Pfarrei", wo es um die 214 Kirchenstandorte im Bistum ging. Dass alle diese Kirchen in Zukunft nicht mehr finanziert werden können, ist klar. Könnte eine Gemeinde auch ohne Immobilien existieren? Sich das vorzustellen ist zunächst einmal schwer. „Könnten wir nicht Immobilien mit den evangelischen Gemeinden teilen?" Dieser Vorschlag fand schnell viele Zustimmungspunkte. Andere Vorschläge zur Pfarrpastoral lauteten: „Charismen neu entdecken und fördern." „Den Reichtum der Liturgie neu entdecken. Es gibt nicht nur die Eucharistiefeier." Oder: „Junge Familien aktivieren." „Mehr Präsenz in der Öffentlichkeit." Besonders viel Beifall gab es im Abschlussplenum für die These: „Auch in der Kirche kann etwas scheitern. Man darf auch experimentieren. Nicht alles muss hundert Jahre Bestand haben."

Am Ende des vierstündigen Treffens bekamen Erzbischof Stefan Heße und Generalvikar Ansgar Thim einen ganzen Stapel vollgeschriebener Schriftrollen auf den Arm gepackt. Ideen noch und noch, und jede Menge Arbeit. Aber die „Partizipation", die Teilnahme vieler Betroffener, soll ein wichtiges Element des Prozesses sein. Ebenso wie das geistliche Fundament, das begleitende Gebet. Während viele Gruppen und Untergruppen über das Sparen und Handeln diskutierten, begleitete eine eigene Gruppe den Tag im Gebet.

„Das war jetzt nicht der Abschluss", sagte Erzbischof Heße am Ende des Tages. „Wir müssen den Weg weiter gehen. Aber der heilige Geist gibt uns einen langen Atem". Mutige Vorschläge habe es gegeben. „Ich hoffe, dass wir bei den Entscheidungen dann auch so mutig bleiben wie heute. Sonst wäre der Tag umsonst gewesen."

Nächste Schritte des Prozesses werden die Gremiensitzungen der nächsten Monate sein. Und voraussichtlich im Frühjahr gibt es wieder ein großes Treffen – nämlich die erste Sitzung des neu entstehenden Diözesanforums, das Vertreter der verschiedensten Bistumseinrichtungen und -gremien zusammenbringt.

Weiterführende Informationen:

(Fotos: Erzbistum Hamburg / K. Erbe)