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Eine rettende Hand
Bildquelle: Caritas im Norden

Benefizaktion des NDR ermöglicht viele Projekte

Die Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland" des NDR ermöglicht es der Caritas Hamburg und ihren Mitgliedseinrichtungen, Projekte wie die Härtefallberatung und die Suizidprävention Jugendlicher fortzuführen.

„Ich bin äußerst dankbar für das Geld", freut sich Andreas Petrausch. Der Diakon der Pfarrei Heilige Elisabeth ist zugleich Flüchtlingsseelsorger und als solcher in die Härtefallberatung der Caritas Hamburg eingebunden. Sie berät Geflüchtete, denen die Abschiebung droht. Ihr Fortbestand war Ende vergangenen Jahres gefährdet. Nur bis etwa zur Jahresmitte war die Finanzierung durch das Spendenparlament gesichert. Dank der Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland", die der Norddeutsche Rundfunk diesmal zugunsten der Caritas und der Diakonie veranstaltete, könne die Härtefallberatung nun wohl bis Ende des Jahres weitergeführt werden, sagt Petrausch. Mit 50 000 Euro erhält sie eine der größten Summen, die durch den Spendenaufruf gesammelt wurden.

Größte Beträge für Obdachlosenhilfe

Freuen kann sich darüber auch Michael Edele, Leiter der Caritas Hamburg. Dies auch, weil sie und ihre Mitgliedseinrichtungen fast 420 000 Euro aus dem Topf erhalten. 84 000 Euro davon fließen in die Betreuung von Obdachlosen, eine Arbeit, die im Zentrum der Caritas Hamburg steht. Jeweils die Hälfte dieser Summe geht an die Straßenbetreuung und in die Finanzierung von Hotelunterkünften Wohnungsloser (siehe Kasten).

Von den geförderten Projekten hebt Edele noch die Krisenwohnung besonders hervor. Mit 50 000 Euro wird die Anmietung von Räumen unterstützt, in denen Opfer häuslicher Gewalt Zuflucht finden können. „Wir haben eine bestimmte Wohnung im Blick und werden sie wohl in Kürze auch mieten", berichtet Edele.

Acht der geförderten Sozialprojekte werden von Mitgliedseinrichtungen der Caritas betrieben. Die höchsten Summen gehen dabei an IN VIA. Mit 50 000 Euro wird •U25•, die Suizidprävention für Jugendliche, gefördert. „Das rettet uns den Hals", sagt Projektleiterin Nina von Ohlen. Denn die Förderung des Bundes für •U25• laufe teilweise aus. Zum einen würden mit dem Geld die 0,7 festen Stellen finanziert, zum anderen die Ausbildung von Peer-Beratern – das sind Jugendliche und junge Erwachsene bis zum Alter von 25 Jahren, die gleichaltrigen Suizidgefährdeten online zur Seite stehen. „Wir haben zuletzt fast 70 Bewerbungen als Peer-Berater bekommen", ist von Ohlen über die Hilfsbereitschaft begeistert.

40 Prozent der Spenden gehen an die Caritas

Weitere 40 000 Euro gehen an das Projekt Spielmacher. Diese Kooperation von IN VIA und NestWerk hilft Jugendlichen mit Startschwierigkeiten, ihr Leben in den Griff zu bekommen, will ihnen echte Chancen geben. Viele dieser Jugendlichen hätten Probleme innerhalb der Familie, berichtet von Ohlen. Und: „Wir wollen verstärkt Mädchen in solchen Lagen ansprechen." Mit dem Geld könne nun vor allem die halbe Stelle des Projekts sowie die Bezahlung von Honorarkräften gesichert werden.

Insgesamt erbrachte die Spendenaktion „Hand in Hand für Norddeutschland", die der NDR seit zehn Jahren veranstaltet, mit mehr als 6,4 Millionen Euro einen Rekordbetrag. Nach Hamburg fließen davon 1,05 Millionen Euro und davon wiederum knapp 40 Prozent an die Caritas und ihre Mitgliedseinrichtungen.

In diese Projekte fließen die Gelder

  • Caritas Hamburg
    Härtefallberatung: 50 000 Euro Corona-Ausstattung im Haus Borgfelde: 5 000 Euro Homeschooling der „Elbmütter": 7 000 Euro Hotelunterbringung Obdachloser: 42 000 Euro Straßenvisite: 50 000 Euro Krisenwohnung: 50 000 Euro Integrationszentren (für Luftfilter): 30 800 Euro Online-Beratung: 9 000 Euro Online-Integrationskurse: 5 000 Euro Rechtsberatung: 20 000 Euro Telefonseelsorge: 24 000 Euro

  • IN VIA Hamburg, [U25]: 50 000 Euro Spielmacher: 40 000 Euro
  • Jugendhaus Elisabeth: WLAN: 8 000 Euro
  • Gemeinde St. Bonifatius, Suppenküche: 20 000 Euro
  • Seemannsmission Stella Maris, WiFi-Boxen: 1 729,89 Euro
  • Sozialdienst katholischer Frauen Hamburg, Kleiderkiste: 10 000 Euro; AgnesNeuHaus: 2 500 Euro; Hygienewände: 1 092 Euro

Text: Matthias Schatz/ Neue Kirchenzeitung

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