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Ein weiter Weg

Gründung der Pfarrei „Seliger Niels Stensen"

Die neue Pfarrei „Seliger Niels Stensen" liegt in einer grandiosen Wald- und Seenlandschaft. Aber zwischen Malchow und Feldberg liegen 100 Kilometer. Keine leichte Sache für eine Pfarrei, die gerade erst zusammenwächst.
Am Sonntag, 8. März feiert Erzbischof Heße in Waren mit den Gläubigen die Gründung der neuen Pfarrei „Seliger Niels Stensen". Doch die Freude über das Zusammenwachsen ist bei den meisten Gläubigen noch verhalten.

Gefragt nach den Vorteilen des Zusammenschlusses der Pfarreien Waren und Neustrelitz antwortet Pfarrer Martin Walz etwas zögerlich. „Es ist wohl eher so, dass wir aus der Not eine Tugend machen müssen. Es ist ein gewagtes Unternehmen." Aber, fügt er hinzu: „Ich freue mich auf das Neue." Gemeinsam mit seinem Neustrelitzer Kollegen Andreas Kuntsche ist Martin Walz ab dem 8. März für rund 3 200 Gläubige und sieben Kirchenstandorte (Feldberg, Mirow, Wesenberg, Neustrelitz, Malchow, Röbel und Waren) zuständig. Im Team der Hauptamtlichen ist ebenfalls Gemeindereferentin Martina Stamm.

Zwischen den beiden Pfarrhäusern liegen 45 Minuten Autofahrt, die Enden der Pfarrei – Feldberg und Malchow – sind mehr als 100 Kilometer voneinander entfernt. „Diese Strecken sind natürlich lästig, gerade in der Winterzeit", gibt Pfarrer Walz zu. „Aber wir müssen versuchen, das Beste daraus zu machen."

Die fast vier Jahre Vorbereitung auf die Fusion hat der Franziskanerpater als einen „Mix aus großem Elan und Sich-gegenseitig-im-Weg-Stehen" in Erinnerung. „Aber es ist ja ganz normal, dass man in manchen Dingen verschiedener Meinung ist. Einfach schon, weil viele Traditionen und Gebräuche in den Gemeinden unterschiedlich sind." Er habe die Hoffnung, dass sich nun gemeinsame Traditionen entwickeln. Der Warener Heiko Götting ist da skeptischer: „Dafür müsste man sich untereinander viel besser kennen lernen. Doch das ist bei der Größe der neuen Pfarrei sehr schwierig." Heiko Götting hat den Vorbereitungsprozess als Mitglied des Gemeinsamen Ausschusses und des Pfarrgemeinderats hautnah miterlebt. „Ich bin enttäuscht, dass sich die Leute so wenig an dem Prozess beteiligt und vieles einfach so hingenommen haben", erklärt er.

„Im neuen Kirchenvorstand ist das Zusammenwachsen schon spürbar. Nun müssen wir daran arbeiten, dass das auch in die Pfarrei ausstrahlt," sagt Andreas Handy, Mitglied des gemeinsamen Ausschuss und des Kirchenvorstands. Ein erster Schritt in diese Richtung seien die gemeinsamen Maiandachten in Peckatel gewesen – aber, so Andreas Handy: „Da ist noch Luft nach oben." Mit der Gründung der Großpfarrei, die nach dem dänischen Forscher und Bischof Niels Stensen (1638-1686) benannt ist, tritt auch eine neue Gottesdienstordnung in Kraft.

Gottesdienst-Termine sind an allen Orten fest
Die Pfarrei setzt dabei auf verlässliche Zeiten. Sonntags um10 Uhr ist Eucharistiefeier in Waren und Neustrelitz. Am Samstag um 17 Uhr ist in Malchow, Mirow, Feldberg und Neustrelitz Gottesdienst, entweder Vorabendmesse oder Wortgottesdienst. Werktagsmessen gibt es am Freitag in Waren und Neustrelitz, am Donnerstag in Malchow und Mirow, am Mittwoch in Röbel und Feldberg.
„Nun können sich die Leute dort erstmal sicher sein, dass es für sie am Wochenende einen Gottesdienst geben wird – das ist ein Plus, finde ich." Eine gewisse Unsicherheit bleibe allerdings bestehen, fügt Martin Walz hinzu: „Wenn die neue Pfarrei anläuft, müssen wir prinzipiell alles auf den Prüfstand stellen und schauen, was unter den neuen Rahmenbedingungen eine Zukunft hat, wofür auch genug Energie und Nachfrage da ist. Das ist und bleibt eine Herausforderung."

Zumal die „Personaldecke" nicht sehr dick ist. Neben den beiden amtierenden Priestern gibt es noch Bernhard Szymanski in Neustrelitz, Stefan Handy, Horst Meissner und Hartmut Rudolf als Diakone und Martina Stamm als Gemeindereferentin.

Die Stelle des katholischen Gefängnis-Seelsorgers in der Jugendanstalt Neustrelitz wird mit Christoph Janßen als Pastoralem Mitarbeiter neu besetzt. Im Pastoralen Raum gibt es außerdem aktive karitative Einrichtungen. Das Kinder- und Jugendhaus in Neustrelitz, die Kindertagesstätte, Caritas-Beratungsstellen in Neustrelitz und Waren. In beiden Orten sind auch die Malteser tätig. Und mittlerweile ist Waren auch der Treffpunkt für den Dritten Orden der Franziskaner. Zu den Treffen an jedem zweiten Sonntag im Monat kommen Laien aus ganz Mecklenburg und sogar aus Vorpommern.

Der Festgottesdienst mit Erzbischof Heße beginnt um 14 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche in Waren. Zu den Gästen gehören der Bürgermeister und der Stadtpräsident von Waren. Anschließend wird zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

(Text: Sophie Ludewig / Neue Kirchenzeitung)