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Ein Päckchen für Gefangene
Bildquelle: JVA Waldeck

Weihnachten in der JVA Waldeck

In der Justizvollzugsanstalt Waldeck hat die Gefängnisseelsorge einen besonderen Weihnachtswunsch: Jeder der 250 Häftlinge soll zu Heiligabend ein Päckchen bekommen. Jetzt werden Absender gesucht.
Diese Bescherung ist einzigartig in Mecklenburg-Vorpommern, vielleicht sogar in Deutschland. Das vermutet Ursula Soumagne, katholische Gefängnisseelsorgerin in der Justizvollzugsanstalt Waldeck bei Rostock. Die 250 Gefangenen, die dort einsitzen, sollen am Heiligabend 250 Weihnachtspäckchen auspacken können. Jetzt werden Absender gesucht – möglichst viele. „In den vergangenen Jahren haben wir am Ende manchmal noch 60 Pakete selber gepackt, damit niemand leer ausgeht", sagt Ursula Soumagne.

Nur einmal im Jahr gibt es Pakete im Gefängnis

Schöner ist natürlich, wenn die Päckchen von außen kommen, nach Möglichkeit mit einer Grußkarte. Am Vormittag des 24. Dezember gehen sie und der evangelische Seelsorger Pastor Martin Kühn von Zelle zu Zelle, klopfen an die Türen und überreichen die Päckchen. Dabei wird auch die Anstaltsleiterin sein, der Bürgermeister von Dummerstorf und vielleicht sogar die Justizministerin von Mecklenburg-Vorpommern.
Das Besondere für die Häftlinge: Sie dürfen keine Pakete von außen bekommen. Nur für die anonymen Einsendungen zum Fest gibt es eine Ausnahme. Vor der Übergabe werden die Pakete geöffnet und der Inhalt überprüft.

Was wünschen sich Gefangene in Waldeck? „Ganz vorne stehen Zigarettentabak und Kaffee", sagt die Seelsorgerin. Gefolgt von Notizbüchern, Taschenkalendern, gekauften Plätzchen, Duschgel und nicht zuletzt – selbst gebastelte Dinge von Kindern. Was nicht ins Päckchen darf: Alkohol, alkoholhaltige Süßigkeiten, Selbstgebackenes. Bis zum 15. Dezember können die Pakete abgegeben werden. Möglich ist das in den Gemeindebüros aller katholischer Gemeinden in Rostock, oder direkt per Post an die Justizvollzugsanstalt Waldeck, Zum Fuchsbau 1, 18196 Dummerstorf.

Das Team der katholischen und evangelischen Gefängnisseelsorge sorgt übrigens zum Weihnachtsfest nicht nur für die Bescherung. Die Seelsorger bieten für die Häftlinge auch einen Gottesdienst an – allerdings schon am 23. Dezember. Der Heiligabend ist dann für die Bescherung reserviert. Und nachmittags kommen die Häftlinge zusammen und feiern auf eigene Art. „Da ist dann immer ein großes Skatturnier", berichtet Ursula Soumagne. „Und damit können wir nicht mithalten."

(Text: Neue Kirchenzeitung / Andreas Hüser)