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Digitales Lernen ermöglichen
Bildquelle: haus-st-josef.de / Sascha Jessen

Unterstützung für Kinder- & Jugendhaus St. Josef

Für die Bewohner des Kinder- und Jugendhauses St. Josef ist Lernstoff aus dem Internet fast unerreichbar – weil ihnen die Geräte dafür fehlen. Die Leitung und der Förderverein des katholischen Kinderheims setzen nun auf Spenden.

"Die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen, die bei uns leben, sind oftmals gefährdet, wenn sie zu uns in die Einrichtung kommen." So beginnt der ganz und gar nicht adventlich gestimmte Brief, der kürzlich von Bad Oldesloe aus an Freunde und Förderer des katholischen Kinder- und Jugendhauses St. Josef verschickt wurde. Gerade weil die Kinder „emotional belastet durch familiäre und persönliche Krisen sind, stehen wir immer wieder in der Verantwortung, die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen neu an das schulische Lernen und den Schulalltag heranzuführen", führen Einrichtungsleiterin Birgit Brauer und Angela Stark vom Vorstand des Fördervereins weiter aus. Was ohnehin schon nicht leicht ist, wird in Zeiten von Corona noch schwerer: Alle Bemühungen seien „durch die aktuelle Situation sehr stark gefährdet", heißt es.

Denn der Schulalltag ist in diesen Monaten ein anderer als vor der Pandemie. Das Bemühen, beim Erarbeiten des Lernstoffs stärker das Internet zu nutzen, stößt an Grenzen, wenn Schüler keine eigenen Geräte haben und Schulen über keine oder nur sehr wenige Geräte zum Verleihen verfügen. „Die Erfahrung zeigt, dass die Schulen nicht ausreichend Geräte zur Verfügung stellen können", erläutert Birgit Brauer auf Nachfrage. Lediglich einzelne Schulen seien in der Lage, wenigstens ein paar Leihgeräte auszugeben.

Mangelhafte Ausstattung der Schulen

Zwar gehe es meist nur um kleinere Zusatzaufgaben oder kurze Lehrfilme, die bei Youtube zu sehen sind, doch unterm Strich sind es Lerninhalte, die an den Kindern und Jugendlichen des Kinderheims glatt vorbeigehen. „Die technische Ausstattung der Schulen und damit auch der Schülerinnen und Schüler ist mangelhaft und soll jetzt baldmöglichst behoben werden", lautet das wenig schmeichelhafte Zeugnis im Rundbrief.

Laut Birgit Brauer werden die Verantwortlichkeiten für die Ausstattung der Schüler zwischen den Schulen und den Jugendämtern hin- und hergeschoben. Lange habe sie sich um Klärung und Einigung bemüht, habe immer wieder abgewartet. „Aber da das nicht absehbar ist, haben wir uns entschieden, selbst tätig zu werden", sagt die Einrichtungsleiterin. Und: „Ich habe mich lange dagegen gewehrt, denn ich finde, das ist Aufgabe der Schule, die Lernmittel zur Verfügung zu stellen – Bücher genauso wie Laptops oder Tablets." Aber Brauer will auch nicht zusehen, wie nichts passiert und sich der Lernabstand zwischen Kindern mit guter technischer Ausrüstung und Kindern ohne noch weiter vergrößert.

Deswegen also nun der Brief an Freunde und Förderer mit der Bitte um Spenden für die Anschaffung von Computern, damit sich künftig nicht acht bis zehn Kinder und Jugendliche ein Gerät oder maximal zwei Geräte teilen müssen. Am besten für schulische Anwendungen seien die sogenannten iPads der Firma Apple geeignet, weiß Brauer. Zumal diese Geräte durch einen Ehrenamtlichen aus Kiel per Fernwartung technisch betreut werden können, was bei Geräten anderen Typs so nicht möglich sei.

Knapp 40 Geräte werden benötigt, um die 13 Wohngruppen mit je drei Geräten für digitales Lernen auszustatten. Kostenpunkt: 400 bis 500 Euro pro Gerät. Da das Kinder- und Jugendhaus solch eine Summe nicht eben mal aus dem Hut zaubern kann, setzen Einrichtungsleitung und Förderverein auf großzügige Spenden. Im Brief lautet einer der letzten Sätze: „Für Weihnachten wünschen wir uns allen und auch unseren Kindern und Jugendlichen das ein oder andere kleine Wunder, das uns für die Zukunft Mut geben kann."

Kinder- und Jugendhaus St. Josef, Spendenkonto: DE23 2135 2240 0000 0075 00 bei der Sparkasse Holstein. Stichwort „Computer". Infos: www.haus-st-josef.de

Test: Marco Heinen / Neue Kirchenzeitung