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Deutsche Franziskanerprovinz
Bildquelle: franziskaner.net / Deutsche Franziskanerprovinz

Pater Ferencik in Provinzleitung gewählt

Der Hamburger Hochschulpfarrer gehört zum neuen Führungsgremium der Franzikaner. In einem Positionspapier stützen sie den Synodalen Weg.

Nach rund 40 Jahren ist mit Pater Thomas Ferencik erstmals wieder ein Hamburger in die Provinzleitung der Deutschen Franziskaner gewählt worden. Ferencik ist einer von insgesamt vier Definitoren in dem sechsköpfigen Gremium. Ein Definitor ist vergleichbar einem Vorstandsmitglied. Einen bestimmten Zuständigkeitsbereich hat Ferencik, der in Hamburg die Hochschulgemeinde leitet, nicht.

Rund 60 Brüder hatten sich unter anderem zur Wahl eines neuen Leitungsgremiums vom 6. bis 10. Juni in Ohrbeck bei Osnabrück zum Kapitel versammelt. Zum Provinzialminister wurde Br. Markus Fuhrmann gewählt. Er war zuletzt Stellvertreter von Br. Cornelius, der seine maximale Amtszeit als Provinzialleiter erreicht hatte und nicht mehr zur Wiederwahl stand. Provinzialsvikar wurde Br. Stefan Federbusch. Er leitet das Exerzitienhaus in Hofheim und war bereits im vorangegangenen Triennium als Definitor in der Provinzleitung tätig. Als weitere Definitoren wurden neben Br. Ferencik gewählt: Br. Thomas Abrell, Bildungsreferent im Haus Ohrbeck, Br. Martin Lütticke, Pfarrseelsorger in Dortmund, und Br. Maximilian Wagner, Guardian im Wallfahrtskloster Vierzehnheiligen.

Auch wenn es unterschiedliche Positionen innerhalb der Provinz gibt, haben die Kapitulare mit großer Mehrheit ein Positionspapier zur aktuellen Lage der Kirche in Deutschland verabschiedet. Auf der Grundlage der franziskanischen Spiritualität und im Bewusstsein ihrer eigenen Grenzen und Schwächen machen die Brüder sich unter anderem stark für einen gleichberechtigten Zugang von Frauen und Männern zu den Weiheämtern. Sie plädieren zudem für eine Kirche der Vielfalt – auch in Bezug auf geschlechtliche Identität und sexuelle Orientierung. Leitungsdienste sollten in der Kirche demnach nur auf Zeit übertragen werden und ihrer Schöpfungsverantwortung und dem Auftrag zur Friedensstiftung gerecht werden. Als Teil der Kirche unterstützen die Franziskaner demnach den Synodalen Weg in Deutschland und die Bemühungen um die Erneuerung der Kirche.

Konkrete Auswirkungen hat dieses Papier auch auf die Franziskaner in Hamburg. Die von Ferencik betreute Hochschulgemeinde hat sich bereits zwei Semester lang mit dem Synodalen Weg beschäftigt und Vertreter wie Thomas Sternberg, Birgit Mock oder Dorothea Sattler zu Besuch gehabt. Als geistlicher Mentor setzt sich der Franziskaner dafür ein, dass die arbeitsrechtlichen Bedingungen für Religionslehrer, die die Missio canonica beantragen, im Sinne des Synodalen Wegs geändert werden.

Seit vielen Jahrzehnten betreuen die Franziskaner in Hamburg auch das Franziskus-Kolleg, eine Studentenunterkunft mit jungen Menschen aus über 40 Nationen. Deren Leiter, Br. Frank Krampf, sieht in der Umsetzung eines friedlichen Dialogs zwischen den Kulturen und Religionen einen Schwerpunkt im Positionspapier. Das Papier findet sich im Internet unter franziskaner.net/franziskanerbeziehen-position

Text: Neue Kirchenzeitung 

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