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Bildquelle: DPSG / Arne Simming

1000 Pfadfinder verliebt in eine Insel

Eine Insel mitten in Mecklenburg, mitten in Dreilützow, direkt hinter dem großen Schloss; und auf dieser Insel: rund 1000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus dem Erzbistum Hamburg. Über das Pfingstwochenende zelteten die Kinder und Jugendlichen des größten Pfadfinderverbands Deutschlands auf der großen Wiese und verwandelten sie in ihre fiktive Insel Keola.

Eine Pfadfinderin wünscht zum Abschied „Gut Pfad", ein Hawaiianer vielleicht „Aloha", Keolaner sagen „Oke ala maika'i" – will heißen: „Gut Pfad" auf haiwaiianisch. Das haben auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Zeltlagers der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg als Begrüßungs- und Abschiedsformel kennengelernt, als sie vier Tage lange auf der erfundenen Insel Keola weilten. Diese erweckten die 7- bis 21-Jährigen über Pfingsten mit ihren Leiterrinnen und Leitern unter dem Motto „Pfiesta '18 – Urlaub suchen, Keola entdecken" lautstark zum Leben, wenn sie schon von Freitag an sangen: „Ich bin verliebt in eine Insel".

Zum vielfältigen Angebot der erdachten Insel gehörten unter anderem die Eislandschaft Kryola, in der die 13- bis 16-jährigen Pfadfinderinnen und Pfadfinder winterliche Wettkämpfe ausfechten oder unter einer Schaumkanone im quasi-Schnee tollen konnten, wie auch das Camp Regenbogen, in dem die Jüngsten zwischen Einhornpuppen und bunten Luftballons die Popcornmaschine der Insel reparieren und dann auch nutzen sollten. Während die Ältesten wiederum auf ihrem Kreuzfahrtschiff Queen Rover II regelmäßig das Schiffshorn ertönen ließen und Landgänge unternahmen, galt es für die Mitglieder der Jungpfadfinderstufe ihren Regenwald JuReWa vor der Brandrodung durch einen Nussnougatcreme-Hersteller zu schützen.

Neben dem Programm in den vier Altersstufen gab es für alle Inselbewohnerinnen und –bewohner aber noch eine gemeinsame Aufgabe: dem Besitzer der Insel klarmachen, dass ein Verkauf dieser Natur- und Kultursensation keine Option darstellt. Um die Kultur der Insel erlebbar zu machen, entzündeten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder am Samstagabend ein sechs Meter breites Lagerfeuer am Ufer der Motel, lauschten dabei Gitarrenmusik und führten ihre bereits zuhause vorbereiteten Theaterstücke, Lieder und Tänze auf. Die folgende Abendrunde bereitete dann auf den gemeinsamen Gottesdienst am Pfingstsonntag mit Weihbischof Eberlein vor. Dieser zeigte sich beeindruckt von dem Gemeinschaftsgefühl, dass das Lager überall ausstrahlte. „Was ich hier überall sehen und erleben kann, und was so erstaunlich ist, ist der Zusammenhalt von euch allen", sagte er in seiner Predigt.

Als sich der Inselbesitzer dann am Sonntagabend entschied, die Insel doch nicht zu einer Mülldeponie umfunktionieren zu lassen, sondern sie stattdessen für alle Welt öffnete, trug der freudige Jubel der Kinder über den gesamten Platz. Gebührend gefeiert wurde das Gelingen der – typisch Pfadfinder – guten Tat bis in die Nacht mit einem Konzert der pfadfindereigenen Band „Nicer Scheiß".

Müde, aber überglücklich reisten über 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Pfingstmontag mit ihren 13 Reisebussen zurück nach Hamburg und Schleswig-Holstein. Auf dem Platz verblieben nur die wenigen restlichen Helferinnen und Helfer, um die Insel Keola wieder in die bekannte Mecklenburger Grünfläche zurückzuverwandeln. Sie, wie auch die Kinder und Jugendlichen, nehmen aber vor allem eins mit nach Hause mit: Das Verliebt-sein in eine Insel, auf der sich das Gemeinschaftsgefühl der Pfadfinderbewegung vier Tage lang in größtem Ausmaß erleben ließ.

Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) ist mit rund 95.000 Mitgliedern der größte katholische Pfadfinderverband und gleichzeitig einer der größten Kinder- und Jugendverbände in Deutschland. In der DPSG sind Wölflinge (7- bis 10-Jährige), Jungpfadfinderinnen und Jungpfadfinder (10- bis 13-Jährige), Pfadfinderinnen und Pfadfinder (13- bis 16-Jährige) sowie Roverinnen und Rover (16- bis 21-Jährige) aktiv, die von Leiterinnen und Leitern (ab 18 Jahren) geleitet und begleitet werden. Mit knapp 1300 Mitgliedern ist die DPSG in Hamburg der größte katholische Jugendverband im Erzbistum Hamburg. Das alle vier Jahre stattfindende Pfingstlager mit rund 1000 Teilnehmenden und Helfenden ist die größte katholische Jugendveranstaltung im flächenmäßig größten Bistum Deutschlands.
Mehr Infos unter www.dpsg.de

(Fots: Ralf Adloff)