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DBK Flüchtlingsbeauftragter
Bildquelle: Archiv / © Schomaker/KNA

Erzbischof Heße reist nach Sizilien

Der Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), reist heute (5. September 2017) auf die italienische Insel Sizilien. Bis zum 8. September 2017 wird er sich dort über die Lage der Flüchtlinge und die Situation an den EU-Außengrenzen informieren. Die Reise soll ein Zeichen der Solidarität mit den Flüchtlingen sein und die Leistungen der Helfer würdigen, die sich bei der Aufnahme von Flüchtlingen engagieren. Insbesondere die Caritas Italiana leistet unverzichtbare Hilfe in der Versorgung von Geflüchteten, ebenso eine Reihe von Ordensgemeinschaften.

Die Zahl ist nach wie vor dramatisch: Seit Jahresbeginn sind 2.400 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Italien hat 2016 mindestens 181.000 Flüchtlinge aufgenommen, der überwiegende Teil ist von Libyen aus aufgebrochen. Auch für dieses Jahr werden Rekordwerte bei der Zuwanderung prognostiziert. In diesem Zusammenhang ist die Seenotrettung in den zurückliegenden Wochen europaweit in den Mittelpunkt gesellschaftlicher und politischer Aufmerksamkeit geraten. Erzbischof Heße wird dazu Gespräche mit Vertretern der EU-Grenzschutzagentur Frontex und weiterer EU-Organisationen sowie mit der privaten Seenotrettungsinitiative „Migrant Offshore Aid Station" (MOAS) führen.

Der Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen wird auf Sizilien zudem mit dem bischöflichen Verantwortlichen für die italienische Caritas, Kardinal Francesco Montenegro (Agrigent), dem Präsidenten der Sizilianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Salvatore Gristina (Catania), und weiteren Bischöfen aus der Region zusammenkommen. Mit dem Bürgermeister von Catania, Enzo Bianco, werden die Herausforderungen diskutiert, die süditalienische Kommunen angesichts der großen Zahl von Flüchtlingen zu bestehen haben. Gespräche mit Vertretern der Caritas und zivilgesellschaftlicher Organisationen sowie der Besuch von Flüchtlingsprojekten runden das Programm ab.

„Ich möchte mit meiner Reise deutlich machen, dass menschenwürdige Lösungen für die Situation an den EU-Außengrenzen gefunden werden müssen", so Erzbischof Heße. „Europa darf die Verantwortung für Geflüchtete nicht allein den Erstaufnahmeländern im Süden überlassen und aufbürden. Wir brauchen faire Lösungen: fair zwischen den Ländern der EU und fair gegenüber den Flüchtlingen."

Informationen zur Reise sind unter www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de /„Reise nach Sizilien" zu finden.

(Foto: Archiv: Erzbischof Heße in Beirut (Libanon) 2016)