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Bille-Elbe-Sachsenwald
Bildquelle: Neue KirchenZeitung

Neugründung der Pfarrei Heilige Elisabeth

Im Hamburger Osten und im Herzogtum Lauenburg, zwischen Bille, Elbe und Sachsenwald entsteht am 26. Mai die Pfarrei Heilige Elisabeth. Hier, zwischen Großstadt- und Landleben, hat die katholische Kirche viele Orte, die es anderswo so nicht gibt.

Es wird die größte Pfarrei im Erzbistum Hamburg sein, zumindest nach der Zahl der Seelen. Bille, Elbe, Sachsenwald hieß der Arbeitstitel des Pastoralen Raums. Dabei ist hinter dem Sachsenwald noch lange nicht Schluss. Von den Industrievierteln im Hamburger Osten reicht die Pfarrei bis an die Grenze zu Mecklenburg, und hinter der Elbe im Süden kommt Niedersachsen. Am Sonntag, 26. Mai wird die Gründung der Pfarrei Heilige Elisabeth gefeiert. So heißt ringsum keine Kirche, aber die Elisabeth-Schwestern, das Kinder- und Jugendhaus St. Elisabeth gehören seit Urzeiten zu den katholischen Säulen in der Region. „Mit der heiligen Elisabeth", sagt Pfarrer Markus Diederich, „sind wir immer schon verbunden. Sie ist durch ihr Handeln ein gutes Vorbild, eine gute Patronin für unsere neue Pfarrei."

Gefeiert wird selbstbewusst: Unter freiem Himmel vor dem Bergedorfer Schloss wird Erzbischof Stefan Heße am 26. Mai die Errichtung der Pfarrei vornehmen. Der Schlosspark hat genügend Platz für acht Gemeinden und zahlreiche starke „Orte kirchlichen Lebens". Im Dezember 2013 hatte Erzbischof Werner Thissen der neuen Zusammensetzung zugestimmt. Vier Pfarreien aus zwei Bundesländern sollten sich zu einer zusammenschließen. Das gemeinsame Pastoralkonzept setzt sechs Schwerpunkte: Lebendige, vielfältige Gottesdienste, Glaubensvertiefung, Jugend-, Familienund Seniorenarbeit sowie Hilfe in sozialen Notsituationen. Zur Zeit ist noch vieles im Werden. „Uns fehlen noch wichtige Stellen, weil sie bisher nicht besetzt werden konnten – für Jugendseelsorge, Musik und diakonische Pastoral", sagt Pfarrer Diederich. Die vorhandenen pastoralen Mitarbeiter stehen vor der Aufgabe, die Arbeit in einem großen Gebiet neu aufzuteilen. Immerhin sind es fast 40 Kilometer von einen Ende der Pfarrei zum anderen. Aber nicht nur die Organisation steht auf der Liste künftiger Aufgaben: „Ich wünsche mir einen deutlichen Aufbruch im Glauben und in der Glaubensvertiefung", sagt Markus Diederich. Eine Spezialität des Raumes sind die unterschiedlichen Orte des kirchlichen Lebens.

Die Schwestern von der heiligen Elisabeth haben prägend gewirkt

Es gibt nicht nur vier Kindertagesstätten und eine katholische Schule, sondern auch ein traditionsreiches Kinderheim, ein Altenheim der Malteser, ein Krankenhaus in katholischer Trägerschaft, eine starke Niederlassung des Sozialverbands „In Via, katholische Mädchensozialarbeit". Seit vielen Jahren waren die Schwestern von der heiligen Elisabeth prägend. Der 1841 in Schlesien gegründete Orden fand nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Reinbek eine neue Zentrale. Heute befindet sich die Provinzleitung in Berlin. In Reinbek gibt es eine Niederlassung von Schwestern, unmittelbar neben dem Krankenhaus St. Adolf-Stift, und ein Altenheim für Ordensschwestern. Wer von Reinbek südwärts wandert und den Grenzfluss Bille nach Lauenburg überschreitet, findet weitere Spezialitäten der neuen Pfarrei: Die Jugendbildungsstätte Niels-Stensen-Haus in Wentorf mit Tagungs- und Übernachtungsräumen. In Wentorf existiert auch eine kleine katholische Gemeinde, die in der evangelischen Kirche Gottesdienste feiert. Ihr Ursprung liegt in der Militärseelsorge. Wentorf war bis in die 90er Jahre ein bedeutender Bundeswehrstützpunkt. Eine andere Spezialität der Pfarrei ist nicht immer sichtbar, aber zu hören. Es gibt in den verschiedenen Gemeinden hervorragende Musikgruppen, sowohl in der Richtung neuer geistlicher als auch klassischer Musik. Die Oratorien und Konzerte des Kirchenchores Geesthacht etwa sind weit bekannt und gefragt. Nahezu jeder große Konzertauftritt ist ausverkauft.

Fest beginnt vor dem Schloss

Die Gründungsfeier der Pfarrei Heilige Elisabeth beginnt am Sonntag, 9.30 Uhr auf der Schlosswiese vor dem Bergedorfer Schloss mit einem festlichen Einzug und Übergabe der Kirchenbücher. Um 10 Uhr beginnt der Festgottesdienst mit Erzbischof Stefan Heße. Parallel ist Kinderkirche im Schloss. Ab 12 Uhr ist Familienfest rund um die katholische Schule und das Kinder- und Jugendhaus (Grasredder 13). Es gibt Essen, Musik, Theater, Mitmachspiele, Film. Das Fest endet mit der Schlussandacht um 16 Uhr.
Der Festakt wird via Youtube live im Internet übertragen: pfarrei-heilige-elisabeth.de.

(Text: Andreas Hüser/ Neue KirchenZeitung)