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Belastungen durch Groß Sand

Wirtschaftsrat billigt Jahresabschluss 2019

Der Wirtschaftsrat des Erzbistums Hamburg hat den Jahresabschluss für das Jahr 2019 gebilligt. Er schließt mit einem Jahresfehlbetrag von 14,8 Millionen Euro. Dadurch erhöhte sich die bilanzielle Überschuldung des Erzbistums auf rund 94 Millionen Euro. Weiter billigte das Gremium auch die Jahresabschlüsse des Erzbischöflichen Stuhls zu Hamburg und des Erzbischöflichen Amtes Schwerin mit positiven Eigenkapitalabschlüssen in Höhe von 66,5 bzw. 8,9 Millionen Euro.

„Trotz höherer Gesamterträge und großer Kostendisziplin konnten wir im vergangenen Jahr kein positives Ergebnis erzielen", erläuterte Verwaltungsdirektor Alexander Becker die Entwicklung. „Wesentlich war, dass wir für das Krankenhaus Groß Sand in Hamburg-Wilhelmsburg eine zusätzliche Rückstellung in Höhe von 25 Millionen Euro bilden mussten." Becker informierte darüber, dass der unterbrochene Verkaufsprozess für das Krankenhaus Groß Sand wieder aufgenommen worden sei. Mit dem angestrebten Verkauf des Hauses seien Kosten verbunden, die das Erzbistum tragen müsse.

Das Krankenhaus habe seit geraumer Zeit einen monatlichen Zuschussbedarf in sechsstelliger Höhe. „Dies ist sowohl für den Träger des Krankenhauses, die katholische Kirchengemeinde St. Bonifatius in Hamburg-Wilhelmsburg, als auch das Erzbistum, das die Pfarrei in dieser Situation unterstützt, nicht länger tragbar", sagte der Verwaltungsdirektor. Seit 2015 schreibe das Krankenhaus defizitäre Jahresabschlüsse. Das habe die bilanzielle Situation weiter verschlechtert. 2016 habe der Träger des Krankenhauses das Erzbistum Hamburg um Hilfe bitten müssen. Seitdem habe das Erzbistum Hamburg das Krankenhaus Groß Sand mit rund 27 Millionen Euro gestützt. Hintergrund für den hohen wirtschaftlichen Druck sei die Reform der Krankenhausfinanzierung in Deutschland. Als „kleines Haus" habe es, im Sinne der Reformen, eine wirtschaftlich kritische Größe. Die Auswirkungen der Corona-Krise hätten die bisherigen Verkaufsverhandlungen zusätzlich erschwert.

Der Jahresabschluss war durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Solidaris geprüft worden. Die Prüfung hatte zu keinen Beanstandungen geführt und die uneingeschränkte Bescheinigung nach dem Handelsgesetzbuch erhalten.

Der Corona-bedingte Einbruch der Kirchensteuereinnahmen hat sich im Erzbistum Hamburg seit dem Sommer etwas abgemildert. Die Bistumsverwaltung geht heute von einem Rückgang in Höhe von knapp zehn Prozent oder etwa zwölf Millionen Euro gegenüber den geplanten Zahlen aus. Im Sommer war man noch von einem Rückgang um 15 Millionen Euro ausgegangen. „Allerdings wissen wir noch nicht, wie sich der Lockdown im November auswirken wird", sagte Mathias von Waldenfels, Leiter des Controllings im Erzbistum. Als Gegenmaßnahmen seien Einsparungen in verschiedenen Bereichen vorgenommen worden und geplante Neueinstellungen seien zum Teil ausgesetzt worden. Diesen Kurs gelte es fortzusetzen. Für das kommende Jahr sei überhaupt nicht vorauszusehen, wie sich die weitere Entwicklung der Corona-Krise auf die Kirchensteuer auswirke. „Wir können hier nur auf Sicht fahren", so von Waldenfels.

Der Wirtschaftsrat des Erzbistums Hamburg besteht derzeit aus 31 stimmberechtigten Mitgliedern, die „in wirtschaftlichen Fragen erfahren sind", so die Ordnung des Gremiums. Die meisten Mitglieder kommen aus den Pfarreien und Pastoralen Räumen des Erzbistums Hamburg.

Wirtschaftsrat des Erzbistums Hamburg