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Beirat gegründet

Aufarbeitung des Missbrauchs in Neubrandenburg

Am Donnerstag (11. Oktober 2018) hat sich in Schwerin ein Beirat konstituiert, der die wissenschaftliche Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs durch den früheren Pfarrer der Pfarrei Neubrandenburg begleiten soll. Dem Beirat gehören unter anderen Prof. Dr. Harald J. Freyberger, Universität Greifswald und Klinikum Stralsund, Chefarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Anne Drescher, Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR in Mecklenburg-Vorpommern, an. Vertreter der Pfarrei in Neubrandenburg, des Erzbistums Hamburg und des Bistums Osnabrück, zu dem Neubrandenburg früher gehörte, sind ebenfalls in dem Gremium vertreten.

Auf seiner nächsten Sitzung am Freitag, 14. Dezember, wird der Beirat eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden wählen. Außerdem ist für diesen Termin die Ausschreibung des Projekts der wissenschaftlichen Aufarbeitung geplant.

Der beschuldigte Priester leitete die Neubrandenburger Pfarrei von 1946 bis 1975. Ihm wird schwerer physischer, psychischer und sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen vorgeworfen. Dem Erzbistum Hamburg sind 14 betroffene Männer und Frauen bekannt. Ziel des Projektes ist, dass Betroffene die Anerkennung ihres Leids erfahren. Die offene und transparente Aufarbeitung soll betroffenen Frauen und Männern psychische Entlastung ermöglichen und einen Beitrag zur individuellen Aufarbeitung leisten. Betroffene Männer und Frauen sollen an der Aufarbeitung maßgeblich beteiligt werden.

Eckpunkte der wissenschaftlichen Aufarbeitung sind die Auswertung des vorliegenden Datenmaterials und die Einordnung der Erfahrungsberichte in Gewaltkategorien. Die historischen Rahmenbedingungen, Belastungs- und Schutzfaktoren sollen untersucht werden und es soll ein Forum geschaffen werden, in dem betroffene Männer und Frauen mit ihrer individuellen Geschichte gehört werden.