Startseite
Startseite-> Abschied im St. Ansgar-Haus - Die Netter-Schwestern ziehen zurück ins Mutterhaus
Abschied im St. Ansgar-Haus

Die Netter-Schwestern ziehen zurück ins Mutterhaus

Die Ansgarfeier im St. Marien-Dom war auch ein Abschied. Die beiden Missionsschwestern vom Heiligen Namen Mariens, die bisher im St. Ansgar-Haus tätig waren, verlassen aus Altersgründen Hamburg. Schwester Monika und Schwester Regulinde sind am vergangenen Wochenende ins Mutterhaus nach Osnabrück Nette bzw. nach Wallenhorst gezogen. Wegen der Corona-Krise gab es zum Abschied nur ein Essen in kleinem Kreis, zu dem auch die Generaloberin des Ordens, Schwester Andrea Walterbach, nach Hamburg gekommen ist.

Aber noch in der Kirche gab es kleine Begegnungen auf Abstand – und viele Blumen und kleine Geschenke für die Schwestern. Diese Geschenke kamen von denen, die an den täglichen Laudes und den Morgenmessen in der Ansgarkapelle teilnehmen, wo die Schwestern nicht nur den Sakristeidienst verrichtet haben, sondern auch die Lieder angestimmt und Psalmen gesungen haben.

Sie und ihre Mitschwestern waren 25 Jahre lang die „guten Seelen" im Ansgarhaus gewesen, mit etlichen Begegnungen mit Gästen und Gastgebern. „Wer in der Sakristei Dienst tut, tut Dienst am Heiligsten", sagte Erzbischof Stefan. „Dafür sollten wir alles einsetzen." Die Schwestern, erinnert sich der Erzbischof, waren die ersten, die ihn bei seiner ersten Fahrt nach Hamburg willkommen geheißen und warmherzig aufgenommen haben. „Und ich wette, da bin ich nicht der einzige." Er dankte für „das Mütterliche, das Sie getan haben". Dass der Bischof, die Mitarbeiter, Gäste, die kleine Werktagsgemeinde die beiden Schwestern vermissen werden, ist klar. Dass auf sie Tag für Tag Verlass war, das kann man erwarten. Aber es wird noch mehr fehlen als das, was man erwartet. Erzbischof Stefan: „Jeden Morgen um sechs Uhr höre ich den Aufzug. Dann weiß ich. Jetzt bricht die erste Schwester auf und geht in die Kapelle. Und da wird sie in aller Stille beten. Am Sonntag werde ich das nicht mehr hören." Und er dankte den beiden vor allem dafür: Für den Dienst des Gebetes, für viele Menschen und stellvertretend für viele in Stadt und Land.

Text & Bild: Andreas Hüser